Ermittlungen gegen Polizeibeamte

Syrer nach Brand in Zelle gestorben

Ein offenbar zu Unrecht inhaftierter Syrer ist nach einem Zellenbrand gestorben. Hintergrund der Inhaftierung soll eine Identitätsverwechslung gewesen sein.

Ein Gefängnis mit Stacheldraht

Das Feuer war in der Gefängniszelle ausgebrochen Foto: imago/Michael Schick

KLEVE afp/dpa | Ein vermutlich zu Unrecht inhaftierter Mann ist nach einem Brand in seiner Zelle gestorben. Der Syrer sei am Samstag in einem Bochumer Krankenhaus seinen schweren Brandverletzungen erlegen, teilte die Polizei in Krefeld am Montag mit. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kleve soll der Mann seit Anfang Juli offenbar unschuldig in Haft gesessen haben, weil Personalien verwechselt wurden. Vor zwei Wochen war in seiner Gefängniszelle ein Feuer ausgebrochen. Dieses soll der Inhaftierte selbst gelegt haben.

Die Staatsanwaltschaft Kleve leitete am Freitag ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Freiheitsberaubung gegen mehrere Beamte der Kreispolizeibehörde Kleve ein. Es müsse geklärt werden, wie es zu der Identitätsverwechslung kommen konnte, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag.

Bei einem Polizeieinsatz am 6. Juli in Geldern waren demnach die Personalien des Syrers überprüft worden. Die Abfrage im Fahndungssystem habe einen Treffer angezeigt. Eine Person mit den gleichen Personalien sei mit zwei Haftbefehlen der Staatsanwaltschaft Hamburg zur Fahndung ausgeschrieben gewesen. Der Syrer wurde laut Staatsanwaltschaft deshalb zunächst in die Justizvollzugsanstalt Geldern und später nach Kleve gebracht, wo es dann zu dem Zellenbrand kam.

Es gebe keine Hinweise dafür, dass der tatsächlich Gesuchte bewusst falsche Personalien hinterlegt habe, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Warum die Alias-Personalien dann in dem Fahndungssystem auftauchten, müsse ermittelt werden.

Einmal zahlen
.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de

Ihren Kommentar hier eingeben