Ermittlung im Mordfall Politkowskaja: Täter identifiziert - zum 2. Mal
Die russische Justizbehörde teilte am Freitag mit, den Mörder der Journalistin Anna Politkowskaja identifiziert zu haben. Diese Meldung gab es bereits - im August 2007.
MOSKAU taz Nach Angaben der russischen Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungsbehörden den Mörder der Journalistin Anna Politkowskaja identifiziert: "Es wird alles getan, die Person zu finden und zu verhaften", verlautete gestern aus der Justizbehörde.
Die kremlkritische Journalistin war im Oktober 2006 in Moskau kaltblütig erschossen worden. Die Nachricht der Staatsanwaltschaft war keine Überraschung, sorgte aber für Erstaunen. Denn bereits im August 2007 hatte die Behörde die Identität des Täters ermittelt und dies als Fahndungserfolg verkauft. Nach wie vor ist der Täter aber flüchtig.
Über die Drahtzieher des Mordes wurde unterdessen auch nichts Neues bekannt. Zu den Beschuldigten zählt ein Mitarbeiter des FSB-Geheimdienstes, um dessen Haftprüfung es gestern vor einem Moskauer Gericht ging. Kurzum: Acht Monate nach der Erfolgsmeldung scheinen die Ermittlungsbehörden bei der Aufklärung nicht vorangekommen zu sein. Das war die eigentliche Botschaft der Erfolgsmeldung.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert