: Erinnerung an 322 lange Tage Blockade
■ Gestern vor 42 Jahren endete mit einem UNO-Abkommen die Berlin-Blockade/ Westmark setzte sich durch
Berlin. Zum 42. Mal jährte sich gestern die Beendigung der Berliner Blockade — Anlaß für eine Feierstunde auf dem Flughafen Tempelhof: Am 12. Mai 1949 um null Uhr trat ein UNO-Abkommen in Kraft, das die die Aufhebung sämtlicher Verkehrs-, Transport- und Handelsbeschränkungen »zwischen Berlin und den Westzonen Deutschlands« regelte. Am 24. Juni 1948 hatte die Transportverwaltung der Sowjetischen Militäradministration den Personen- und Güterverkehr zwischen Berlin und Helmstedt in beiden Richtungen eingestellt. Seit Beginn der Blockade flogen amerikanische und britische Militärmaschinen mit 280.000 Flügen weit über zwei Millionen Tonnen lebensnotwendiger Güter nach Berlin.
Wie es zur Blockade kam, ist in vielem umstritten — Sowjetunion und Westalliierte schoben sich gegenseitig die Verantwortung für die vorausgegangene Eskalation des »Kalten Krieges« zu. Ein Auslöser war in jedem Falle die Währungsreform. Am 20. Juni 1948 hatten die Westmächte in ihren Zonen die D-Mark eingeführt. Die Sowjetunion wollte die Einführung der westlichen Währung in Berlin verhindern. Nach ergebnislosen Verhandlungen mit den Westmächten verfügte sie am 23. Juni, daß in Groß- Berlin, »das sich in der sowjetischen Besatzungszone befindet und wirtschaftlich einen Teil der sowjetischen Besatzungszone bildet«, die neue Währung dieser Zone das alleinige Zahlungsmittel sei. Die »Ostmark« war nach der westlichen Währungsreform durch Überkleben der bis dahin geltenden Reichsmark-Noten hergestellt worden. Diesen Alleingang nahmen die Westalliierten zum Anlaß, nun ihrerseits die D-Mark in den Westsektoren Berlins in Kraft zu setzen. Mit dem Ende der Blockade mußte die Sowjetunion die Erfolglosigkeit ihrer Abschottungsmaßnahmen eingestehen. Nach 322 Tagen Blockade hatte sich die D-Mark und damit der Westen durchgesetzt. adn/taz
50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen