berliner szenen: Endlich: Herbst!
Herrlich klamm
Jaja, das Wetter. In den letzten Tagen ist der Herbst über Berlin hergefallen und hat alle Leute in dicke Jacken gewickelt. Und ich? Ich lache: Endlich hat es ein Ende mit dem halbnackten Herumgewese der stillosen Berliner Jugend! Jetzt sitzen sie zu Hause, die jungen Dinger, grummeln schlecht gelaunt und dürfen nicht länger bei Nike zur Eliteeinheit ausgebildet werden. Wunderbar! Ebenso haben die älteren, die Webmaster und Media-Consulter, nun keine Gelegenheit mehr, vor ihren Nobelgaststätten auf dem Trottoir zu sitzen und sich laut über ihren Kontostand zu unterhalten. Auch sie müssen nach ihrer Arbeit am Neuen Markt zu Hause bleiben und auf ganz altmodische Weise Kaffee kochen.
Die kalte graue Stadt kommt meinem Charakter entgegen, denn jetzt kann man seine ganze Heimtücke an den Leuten auslassen, und kein Sonnenstrahl versöhnt sie hernach wieder mit ihrem Dasein. Ein Beispiel: Verabredungen. Im Herbst ist es viel schöner, sich mit jemandem zu verabreden, den man nicht so richtig mag. Man bestellt denjenigen an eine zugige Ecke, und dann kommt man einfach eine halbe Stunde zu spät. Oder gar nicht! Und entschuldigt sich eben nachher – die Grippe! Glauben Sie mir, dem ist der Tag versaut, der hat eine wahre Scheißlaune. Herbst! Hurra! Im Herbst ist Schlechtsein am schönsten! JS
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen