: Elektroautos werden Pflicht
■ Kalifornien bleibt bei seinem Beschluß von zwei Prozent abgasfreier Vehikel / Vergeblicher Protest der Autobauer
Los Angeles (dpa) – Namhafte Autohersteller müssen ab 1998 im US-Bundesstaat Kalifornien auch elektrisch betriebene Fahrzeuge zum Verkauf anbieten. Ein entsprechender, vor vier Jahren gefaßter Beschluß wurde am Freitag in Los Angeles von der zuständigen Kommission für Luftreinhaltung trotz erheblichen Widerstands amerikanischer und japanischer Autobauer aufrechterhalten.
Das Ergebnis einer zweitägigen Anhörung war in vielen Teilen der Welt mit Spannung erwartet worden. In den USA haben New York und Massachussetts bereits beschlossen, dem kalifornischen Beispiel zu folgen. Zehn Bundesstaaten im Nordosten planen ähnliche Schritte.
Nach dem Muster Kaliforniens müssen sieben größere amerikanische und japanische Hersteller (Chrysler, Ford, General Motors, Honda, Nissan, Mazda und Toyota) bis zum Jahr 1998 sicherstellen, daß zwei Prozent der von ihnen zum Verkauf angebotenen Fahrzeuge die Luft nicht verschmutzen. Zur Zeit erfüllen nur elektrisch betriebene Autos diese Bedingung. Der Anteil dieser Art von Fahrzeugen soll bis zum Jahr 2002 auf fünf Prozent und bis 2003 auf zehn Prozent gesteigert werden. In der Anfangsphase bedeutet das je nach Hersteller 1.000 bis 7.000 Elektroautos.
Zahlreiche amerikanische und japanische Unternehmen hatten den Staat Kalifornien gedrängt, die Einführung der „sauberen“ Fahrzeuge zu verschieben. Sie begründeten ihren Vorstoß damit, daß die Technologien nicht genügend ausgereift seien, um bis 1998 ein für den Kunden attraktives Auto anzubieten. Die bisher entwickelten Batterien seien für längere Strecken untauglich, und in den nächsten drei Jahren könnten schwerlich genügend Stationen zum Aufladen eingerichtet werden. Ein Elektroauto werde außerdem kaum unter 35.000 Dollar kosten.
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