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Eine Milliarde Olympia-Quadratmeter

■ Olympia 2000: Spandau eröffnet den Wettkampf der Bezirke und stellt seine Pläne vor/ Olympiadorf in Ruhleben, Mediendorf am Südhafen und Logistik auf dem Spandauer Güterbahnhof

Spandau. Für Baustadtrat Klaus Jungclaus hat Olympia schon begonnen. Der Sozialdemokrat startete gestern als erster beim Wettkampf um die Sportstandorte, die den Bezirken im Jahr 2000 viel Image und möglicherweise auch viel Geld bringen könnten. Nach den Vorstellungen der Projektgruppe »Spandau 2000-X«, Mitarbeitern des Planungsamtes, soll zur Jahrtausendwende das Olympiadorf in Ruhleben, auf dem ehemaligen Gelände der britischen Armee, stehen. 15.000 Athleten würden hier während der Spiele wohnen. Das etwa genauso große Mediendorf wäre am Südhafen, am Burgwall und am östlichen Rand der Wilhelmstadt angesiedelt. Am Ende der heutigen Unterhavel soll ein Durchbruch zur Havel ausgehoben werden, so daß der Südhafen seine ursprüngliche Insellage zurückgewinnt. Am Spandauer Güterbahnhof soll ein Logistik-Nebenzentrum entstehen, in dem Informationen, Dienstleistungen und Kommunikationsmöglichkeiten angeboten werden. Die Planungen seien mit dem tonangebenden Olympia-Büro vage abgesprochen.

Für den Bezirk soll der ganze Spaß so gut wie nichts kosten, versprach der Bausstadtrat gestern. Die bisherigen Entwürfe seien umsonst, da sie von den Mitarbeitern des Planungsamtes erstellt worden seien. Nur das gestern vorgestellte Modell kostete 4.000 Mark. Den Bau zahle die noch zu gründende Olympia-GmbH, Geld koste lediglich die Sanierung der Böden am Südhafen. Doch die müßten ohnehin entseucht werden, weil sie durch das angesiedelte Gewerbe — unter anderem Schrottplätze und ein Lager für PCB-haltige Altöle — stark belastet seien und das Grundwasser gefährdeten, ergänzte der Baustadtrat.

Die Olympiagebäude sollen nach den Wettkämpfen als Wohn- und Gewerberäume genutzt werden — eine Bruttogeschoßfläche von 1.347.000 Quadratmetern steht dann zur Verfügung. 30.000 Leute könnten dort wohnen und 13.000 arbeiten — sofern in 20 Jahren so viele Arbeitsplätze benötigt werden.

Nach den Kämpfen könnte aus der Olympia-GmbH — ähnlich wie nach den Olympischen Spielen in München 1972 — eine Grundstücksverwaltungs-GmbH werden, erläuterte Walter Güllner von der Planungsgruppe Spandau 2000-X, der die gestern vorgestellten Pläne entworfen hat. Möglich wäre aber auch, daß die Gebäudekomplexe an die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften verkauft werden.

Jungclaus rechnet damit, daß die Planungen ohne größere Schwierigkeiten umgesetzt werden können. Drei Viertel der Fläche gehören der Berliner Öffentlichen Hand oder dem Bund. Industrie- und Gewerbebetriebe am Südhafen seien nicht mehr auf das Havelwasser angewiesen und könnten deshalb an einen anderen Standort ziehen. diak

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