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Eine Bohne, die sich lohnt

■ Im Supermarkt: Kaffee zu fairem Preis

Berlin (taz) – Eine braune Flüssigkeit läßt das Herz schneller schlagen und das Blut heftiger pulsieren. Ein neuer, alter Muntermacher ist käuflich: Hochlandkaffee, der auch seine Erzeuger ernährt. Fair gehandelter Kaffee erobert nun bundesweit die Regale von 17.000 Supermärkten. Bisher war er nur in den Dritte-Welt-Läden zu haben, von Ende März an können KaffetrinkerInnen den „ethischen“ Kaffee unter anderem auch bei Tengelmann, Rewe, Spar, Hertie oder Kaufhof erstehen.

Sehr viel teurer sind sie nicht, die direkt von den lateinamerikanischen Bauern an Röster und Importeure vermarkteten Bohnen: Die Tasse Kaffee wird statt der bisher 13 nun 16 Pfennige kosten. Dafür aber profitieren die lateinamerikanischen Bauern, und nicht die örtlichen Zwischenhändler, genannt „Kojoten“, vom Mehrerlös. Von dem nach Weltmarktpreisen gehandelten Kaffe bleiben dem Kaffee-Erzeuger je nach Sorte zwischen 70 Pfennig und 1,05 Mark je Pfund — für ein Pfund aber muß er mehr als zwei Stunden arbeiten. Für „fair gehandelten“ Kaffee bekommt der Anbauer ungefähr das Doppelte des Weltmarktpreises, was je Pfund Kaffee mindestens 1,90 Mark ausmacht.

Das jedenfalls verspricht „Transfair“, ein Verein zur Förderung des fairen Handels mit der Dritten Welt, der mittlerweile aus 26 entwicklungspolitischen Organisationen besteht, darunter Brot für die Welt, der Deutschen Welthungerhilfe und der Verbraucherinitiative. Der Verein rechnet mit einem Marktanteil von einem Prozent seines qualitativ hochwertigen Kaffees. Das entspricht einer Menge von etwa 10 Millionen Pfundpaketen. Erkennbar ist die Solidaritätsware am Gütesiegel, das Transfair nur dann vergeben will, wenn seine Geschäftsbedingungen eingehalten werden. Vierteljährlich sollen Kontrollen durchgeführt, und einmal im Jahr erstellt ein Wirtschaftsprüfer ein Testat. mavo

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