■ Einberufungsbescheid verbrannt: Türkische Kriegsdienstverweigerer fordern Asyl
Frankfurt/Main (taz) – Seinen Einberufungsbescheid verbrannte gestern Cemal Sinci auf einer Pressekonferenz von Connection e.V. in Frankfurt. Der 30jährige Student ist einer von rund 100 jungen Türken in Westeuropa, die den Kriegsdienst in der Heimat verweigern. „Ich bin nicht bereit, für die Ziele des türkischen Staates zu kämpfen“, sagte Sinci. Unterstützt wurde der junge Mann, der umgehend einen Asylantrag stellte, von den Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und Uta Zapf (SPD). Die Politiker monierten, daß Kriegsdienstverweigerer und Deserteure in der Regel noch immer kein Asyl in Deutschland erhalten würden. Bundesdeutsche Gerichte, so auch ein Sprecher von Connection, einer Organisation des International Deserters Network, hielten die Bestrafung und Verfolgung von Kriegsdienstverweigeren und Deserteuren im Herkunftsland nach wie vor für legitim. kpk
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