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Ein großer Schritt nach vorn

■ Die Blue Devils spielen ab 29. April in der ersten Football-Bundesliga / Spieler-Exodus beim Zweitligisten Silver Eagles

Vergessen sind die in blinder Wut ausgesprochenen Beschuldigungen, zurückgenommen die mit glühendem Haß ausgestoßenen Verwünschungen. Aus Feinden wurden Partner – zusammengeführt vom gemeinsamen Wunsch, Football zu spielen.

Noch vor einem Jahr standen sich der Hamburger Football-Verein Blue Devils und der American Football Verband Deutschland (AFVD) schier unversöhnlich gegenüber. Macht- und Profitgier wurden dem Devils-Präsidenten Axel Gernert vorgeworfen, Neid und Unprofessionalität dem Vorstand des AFVD. Alles Schnee von gestern: Am 12. März stimmten auf der Bundesversammlung des AFVD in Leverkusen sieben von zehn Landesverbänden für die probeweise Erweiterung der 1. Bundesliga um zwei Teams – den Franken Knights und den Hamburg Blue Devils. „Dadurch wurde der Verband vor einer Zerreißprobe bewahrt,“ kommentiert AFVD-Organisatorin Helene Busse, die als „Hexe aus dem Süden“ titulierte Antagonistin von Axel Gernert.

Der „Teufel aus dem Norden“ ist zufrieden. Ihm gelang, was einige Neider bereits vor Jahren prophezeiten: der Quereinstieg in das Football-Oberhaus ohne den langwierigen und für die Fans unattraktiven Aufstieg durch sämtliche Ligen. Zu den Akten gelegt ist damit auch eine weitere Teilnahme an der im Herbst 1993 von Gernert initiierten Football League of Europe (FLE). Pressesprecher Jens Stümpel: „Für uns ist die Bundesliga wichtiger.“ Die FLE habe sich in ihrer ersten Saison nicht so entwickelt, wie erwartet, unter anderem entstand keine flächendeckende Infrastruktur. Und die erhofften Einnahmen blieben aus. „Die Zukunft“, verkündet das Sprachrohr des Teufels, „liegt in der Bundesliga, die 1994 einen großen Schritt nach vorn getan hat.“

Während die navyblau-grauen Devils dort spielen, wo sie schon immer hin wollten, haben sich die Silver Eagles nach einer desolaten Saison in die 2. Bundesliga abgeseilt. Ob sie sich dort behaupten können, ist zweifelhaft. Bereits während der laufenden Spielzeit wechselten einige Silbervögelchen zum Lokalrivalen. Und von den Leistungsträgern, die sich in einem winterlichen Sichtungstraining unter den kritischen Blicken des neuen Devils-Coachs, Kirk Heidelberg, um Aufnahme bewarben, wurden weitere fünf erwählt, darunter der einstige Eagles-Vizepräsident, Martino Destro. „Wer in Hamburg ernsthaft Football spielen will, hat keine Alternative“, ist in Spielerkreisen zu hören. So werden mit dem Bundesliga-Start am 29. April einstige Gegner vereint unter dem Zeichen des blauen Teufels Schulterpolster an Schulterpolster um das geliebte ovale Lederei kämpfen. Edwin Feindt

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