EU-Untersuchung: Saubere Badegewässer

Die Badegewässer in Europa werden immer sauberer. Gute Werte gibt es auch in Deutschland.

Badespaß garantiert - in den Gewässern Europas. Bild: ap

BRÜSSEL taz | Alle Jahre wieder veröffentlicht die Europäische Union rechtzeitig zur Sommersaison ihren Badewasserbericht. Von einem kleinen Qualitätseinbruch vergangenen Jahres abgesehen, sind die Badenachrichten aus Brüssel überwiegend erfreulich: Seit Beginn der Messungen 1990 ist die Qualität europäischer Binnen- und Küstengewässer an mehr als 20.000 Badestellen stetig besser geworden.

Auch Deutschland schneidet gut ab. Dort wurden vergangenes Jahr 2263 Badestellen getestet. Die 373 Nord- und Ostseestrände erfüllten fast alle die Mindeststandards, an Flüssen und Seen ist die Quote mit 98,3 Prozent ebenfalls sehr hoch. Allerdings sind die Zahlen ein Jahr alt und damit für die Badesaison 2009 nur eingeschränkt aussagefähig. "Wir ermutigen alle Mitgliedsstaaten, auf freiwilliger Basis die neuesten Messungen ins Internet zu stellen", erklärte gestern die Leiterin der Europäischen Umweltagentur, Jacqueline McGlade. Auf der Website http://water.europa.eu können Kommunen und Regionen die neuesten Messungen veröffentlichen. Wer seinen Sommerurlaub planen will, kann sich unter http://ec.europa.eu/environment/water/water-bathing/report_2009.html darüber informieren, wie sich die Wasserqualität am Lieblingsstrand in den letzten Jahren entwickelt hat. Der Bericht sagt allerdings nichts darüber, wie der Strand selbst aussieht, ob viel Müll herumliegt oder Papierkörbe und Duschen zur Verfügung stehen. Dafür gibt es das freiwillige Ökolabel "Blue Flag" (www.blueflag.org). Die Ergebnisse des europäischen Badewasserberichts fließen in die Bewertung für das Blueflag-Label aber mit ein.

Derzeit messen einige Mitgliedsstaaten die Wasserqualität noch nach den Kriterien der alten Badewasserrichtlinie von 1976. Zwölf Länder, darunter Deutschland, haben schon auf die neue Richtlinie umgestellt, die spätestens 2015 in der gesamten EU umgesetzt sein muss. Sie passt das Messverfahren an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Kriterien der Weltgesundheitsorganisation an. Statt 19 unterschiedlicher Messwerte werden nur noch zwei mikrobiologische Parameter erhoben. Die Süßwasserqualität lässt sich am besten danach einschätzen, wie viele Escherischia-Coli-Bakterien im Wasser sind. Für Küstengewässer ist die Menge an Enterokokken am aufschlussreichsten.

Da sich diese Werte schneller und billiger bestimmen lassen als die bislang verlangten 19 Parameter, hofft die EU-Kommission darauf, dass Europas Badekarte künftig noch nutzerfreundlicher und aussagekräftiger wird.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de