: Drogenpolitische Nachbarschaft
■ „Bremer Hilfe“ gegen „AK Drogen“
Die drogenabhängigen Frauen waren zufrieden, der Arbeitskreis 'Kommunale Drogenpolitik‘ (AK) war zufrieden, Ortsamtsleiter Hucky Heck war zufrieden, die Beiräte waren sogar einstimmig zufrieden: Ein Haus für drogenabhänige Frauen in der Schmidtstraße - ein „tolles“ und notwendiges Projekt.
Seit Wochen drängeln sich allnächtlich frierende Frauen auf den paar Quadratmetern des AK-Ladens in der Weberstraße, auf der Suche nach ein bißchen Schlaf und ein bißchen Wärme. Angesichts von Wohnungsnot und Winterkälte ist aus dem Beratungstreff unter der Hand eine Notunterkunft für Drogenabhängige geworden. Bis überraschend die Lösung des Problems auftauchte: Ein ganzes Haus, zu mieten und dem AK -Drogen für ein Frauen-Wohnprojekt zur Verfügung zu stellen.
Nur ein klitzekleines Problem hatten alle Betroffenen in ihrer Begeisterung übersehen: In der Schmidtstraße, direkt gegenüber, sorgt sich schon jemand um Bremens Drogenabhängige. Die SPD-nahe „Bremer Hilfe zur Selbsthilfe“, die in Nummer 34 residiert. Und deren Vorstandsvorsitzenden Volker Tegeler paßt die Drogenhilfs -Konkurrenz vis-a-vis überhaupt nicht.
Tegeler machte am letzten Mittwoch nicht nur in einer gemeisamen Sitzung seinem Unmut über die angebliche Gefährdung der eigenen Drogentherapie-Bemühungen durch die neuen Nachbarn Luft. Tegeler zog es anschließend direkt auch noch in die Bürgerschaft, in deren Lobby er unter Bremens sozialdemokratischen DrogenpolitikerInnen kräftig Stimmung machte gegen „die Drogen-Nutten, die Freier und Dealer in die Schmidtstraße ziehen“.
Merke: Auch Elend ist schön, solange es Sozialdemokraten verwalten.
K.S.
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