: Doppelte Freude
KOMMENTAR
Doppelte Freude
Da lachen selbst die Gartenzwerge. Wer sich die gemeinsame Erklärung von Traute Müller und Ingo Kleist durchliest, der findet folgenden Satz: „Die Abläufe beruhen hauptsächlich auf dem Mißverständnis, daß dem Landesbund die seit 4. September mit dem Bezirksamt vereinbarte aktuelle Fahrtroute nicht bekannt war.“ Na, wenn's mehr nicht war ... Dann darf die Frage erlaubt sein, in welchem Zustand sich eine Regierungspartei befindet, in dem eine solche Winzigkeit von einem Mißverständnis dazu ausreicht, eine leibhaftige Senatorin an den Rand des Rücktritts zu bringen.
Und erlaubt sein muß auch die Frage, welches Druckmittel Traute Müller noch bleibt, wenn sie wirklich mal etwas durchsetzen muß. Wenn es einen richtigen politischen Konflikt durchzustehen gilt, bei dem es nicht um die Streckenführung einer Bezirksrundfahrt, sondern um widerstreitende Interessen geht. Davon wird es genug geben, gerade bei der Suche nach einer zeitgemäßen Mischung zwischen Wohnungsbau, Grün- und Gewerbeflächen. Viel bleibt da nicht. Rücktrittsdrohungen nutzen sich schnell ab. Das Lachen der Gartenzwerge, die Müller- Gegner werden's mit Freude zur Kenntnis nehmen. Uli Exner
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen