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»Die richtigen Schlüsse ziehen«

Eine Ausstellung im Rathaus zeigt auf 52 Schautafeln  ■ Hamburgs Weg ins Dritte Reich

Hamburg 1933 — der Senat läßt erinnern. Eine Ausstellung im Rathausfoyer zeigt Fotos, Faksimiles, Statistiken aus dem entscheidenden Jahr (nicht nur hamburgischer) Geschichte. Manfred Asendorf hat im Auftrag der Senatskanzlei den Weg der Stadt in die Diktatur nachgezeichnet.

Wie ein überdimensionales Geschichtsbuch konzentriert sich die Präsentation vorrangig auf bekannte Stationen der Machtaneignung, auf Maßnahmen, mit denen die Nazis den demokratischen Staat aushebelten: Straßenterror, Notverordnungen, Gleichschaltungsprozesse. Dabei geht es nicht ohne Verkürzungen ab (Reichstagsbrand: „Die Brandstiftung ist das Werk eines Einzeltäters ...“) — beschränkter Raum führt zu Vereinfachungen.

Was in Hamburg passierte, entspricht bis auf die Zerschlagung des Senate Anfang März '33 weitgehend dem Lauf der „großen Geschichte“: Boykott jüdischer Geschäfte, Bücherverbrennung, Luftschutzübungen. Konkrete Menschen spielen in der Ausstellung nur eine Nebenrolle — obwohl ihr Schicksal für das Verständnis wichtig wäre: Fanny David etwa, bis 1933 Leiterin eines städtischen Wohlfahrtsamtes, 1943 in Auschwitz ermordet, oder Max Eichhorn, Abgeordneter der Bürgerschaft, der schon 1929 gegen antisemitische Hetze offen protestierte.

Die Ausstellung „will Antwort über Ursachen, Kontext und Chronologie der Ereignisse sein“ und

1auch „die Frage nach der Wiederholbarkeit stellen“, so Bürgermeister Voscherau in seiner Eröffnungsrede. Näher an der Gegenwart lag da schon der ehemalige

1Bürgerschaftspräsident Dau: „Wir haben in diesen Wochen allen Anlaß, aus der Tragödie der Weimarer Republik die richtigen Schlüsse zu ziehen“ — und da braucht es

1schon mehr als 52 Schautafeln. Kay Dohnke

Die Ausstellung ist bis zum 4.April im Foyer des Rathauses zu sehen

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