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„Die Zuckersteuer auf Erfrischungsgetränke ist nicht unsozial – im Gegenteil“

Jost Maurin

Die nun vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte Zuckersteuer auf Erfrischungsgetränke treffe besonders Menschen mit wenig Geld, sagen Kritiker. Das Argument klingt sozial – ist es aber nicht. Sozial benachteiligte Gruppen nehmen im Mittel mehr mit Zucker gesüßte Getränke zu sich als besser gestellte. Das trägt dazu bei, dass gerade Menschen mit niedrigem Bildungsstatus überdurchschnittlich häufig von Adipositas und Typ-2-Diabetes betroffen sind. Eine Zuckersteuer auf Softdrinks kann helfen, diese gesundheitliche Ungleichheit zu verringern.

Jost Maurin

ist Redakteur im Ressort Wirtschaft und Umwelt.

Die Steuer wirkt auf zwei Wegen: Wenn mit Zucker gesüßte Limonaden teurer werden, kaufen die Menschen tendenziell weniger davon. Falls die Steuer wie geplant unter 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter gar nicht anfällt, ab 5 Gramm aber 26 Cent und ab 8 Gramm 32 Cent beträgt, dürften die Hersteller den Zuckeranteil senken. Genau das ist in Großbritannien passiert, das so eine Abgabe 2018 eingeführt hat. Die Konsumenten müssen dann oft kaum mehr bezahlen. Davon profitieren auch Menschen, die ihren Zuckerkonsum nicht bewusst reduzieren. Das ist sozialer, als ungesunde Produkte billig zu halten, die aus medizinischer Sicht niemand für die Ernährung braucht.