: Die Tage von Polens letztem Henker sind gezählt
Polens einziger Henker hat bereits seit mehreren Jahren keine Beschäftigung mehr. Die Todesstrafen werden entweder von den Kassationsgerichten in Haftstrafen umgewandelt oder die Todeskandidaten ganz einfach vom Staatspräsidenten begnadigt. Die Zeit ist also reif für eine Änderung des Strafrechts, davon sind die Polen überzeugt. Wenn der noch in Bearbeitung befindliche Gesetzentwurf im Parlament durchkommt, dann wird sich der letzte Henker des Landes endgültig nach einem angenehmeren Job umsehen müssen. Noch ist die Hinrichtung mit dem Strick jedoch im polnischen Strafrecht verankert. Die Person des Henkers ist der Öffentlichkeit indes gänzlich unbekannt, nur hohe Regierungsbeamte kennen seine Identität. Seit der letzten Hinrichtung in Polen im April 1988 haben polnische Gerichte insgesamt sechs Todesstrafen verhängt, die letzte Anfang März. Seit 1960 wurden 253 Todesurteile vollstreckt. 1989 wurden die Todesurteile von vier Angeklagten in 25jährige Haftstrafen umgewandelt.(Radierung: Goya)
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen