: Die Strukturen im herrschenden Design
Die Popularität der französischen Strukturalisten treibt Blüten bis zum äußersten: Im Gießener Anzeiger findet sich Mitte Juli die Annonce: „Renommierter Stammtisch sucht Oberamtsrat zwecks Strukturverbesserung“. Der Passauer Stadtrat bezeichnete die Aufhebung des von ihm 1959 für das städtische Freibad verfügten Verbots – „das Tragen sogenannter Bikinis als Badeanzüge betreffend“ – als „notwendig gewordene Strukturanpassung“. Unter dem trockenen Sommer leiden besonders die kleinen Landwirte – so auch Bauer Brünjes aus Garlstedt mit seinen 16 Morgen Grünland, der einem Nachbarn gegenüber jedoch nur von „unseren vorübergehenden Strukturproblemen“ spricht.
Noch dreister argumentieren die beim Ladendiebstahl ertappten Wannseekommunarden im Lebensmittelgeschäft Wiegand am Löwen: Dafür könnten sie nichts, das seien die Strukturen, die nun mal so wären wie sie sind oder so!
Die Engagierten stärken
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen