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Die Queen ist ärmer als man denkt

Dublin (taz) – Die britische Königin zahlt ab April zum ersten Mal in ihrem Leben Steuern – jedenfalls ein bißchen. Darauf hat sie sich nach zwölfmonatigen Verhandlungen mit der Regierung geeinigt. Allerdings hat sie sich einige Sonderrechte zusichern lassen. So dürfen weder Parlament noch amtliche Stellen in ihren Büchern herumschnüffeln, und sie verfügt über den höchsten Steuerfreibetrag des Landes.

Die Queen kann die Apanage in Höhe von einer Million Pfund, die das Parlament ihrer Mutter und ihrem Ehemann zahlt, voll von ihrer eigenen Steuerrechnung absetzen. Die 50 Millionen Pfund, die sie für den Unterhalt ihrer vier Schlösser, der Yacht, des Privatzuges und ihres Flugzeugs kassiert, sind steuerfrei. Außerdem sind Geschenke und Hinterlassenschaften an ihren Sohn Charles von der Steuer befreit, weil „die Monarchin aufgrund ihrer einmaligen Rolle die Erbschaftssteuer nicht abmildern kann, indem sie ihre Besitztümer frühzeitig auf ihren Nachfolger überträgt“. Andernfalls, so warnte Premierminister John Major, bestünde die Gefahr, daß „der Besitz der Monarchie über Generationen hinweg von der Vermögenssteuer wie eine Salami aufgefressen“ würde.

Der Lordkämmerer Airlie sagte, daß das ständige Gerede vom Reichtum der Königin „besonders in Zeiten der Rezession den Beitrag überdeckt, den die Queen zum Leben der Nation“ leiste. Darüber hinaus seien die Gerüchte über ihr Vermögen, die von hundert Millionen bis zu mehreren Milliarden Pfund reichen, allesamt falsch. „Die Königin hat mich bevollmächtigt, bekanntzugeben, daß selbst die niedrigste der Schätzungen noch stark übertrieben ist“, sagte Airlie. Ralf Sotscheck

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