der specht der woche: Die Parteien sollen sich nicht wundern
Christian Specht, 50, ist politisch engagiert und unter anderem Mitglied im Behindertenbeirat in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg sowie im Vorstand der Lebenshilfe. Er hat ein Büro in der taz und zeichnet. Wenn er es zulässt, zeigt die taz sein Bild
In meinem Bild geht es um die aktuellen Proteste gegen die Wohnungspolitik. In dem Haus sind die Parteien, die möglich gemacht haben, dass Spekulanten die ganzen Häuser aufkaufen. Und der Fisch schleckt die Parteien: Er stellt die Demonstranten dar.
Am Samstag vor einer Woche war ja die große Enteignungsdemo in Berlin. SPD, FDP und CDU haben die Politik mitgetragen und die Wohnungen privatisiert. Jetzt beschweren sie sich über ein Volksbegehren, obwohl sie selbst dafür mitverantwortlich sind, dass die Mietpreise für Wohnungen so in die Höhe geschossen sind.
Die Mietpreise sind ein großes Problem. Das Haus, in dem ich wohne, ist in den letzten Jahren drei Mal verkauft worden, jetzt gehört es der Deutsche Wohnen. Wenn ich ausziehe, machen die eine Eigentumswohnung daraus. So kann es nicht weitergehen: Die Parteien müssen etwas gegen die Spekulanten unternehmen. Die Situation, wie sie jetzt ist, macht die Menschen krank.
Protokoll Moritz Döring
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