: Die Nummer zwei weltweit
Iran Mehr als die Hälfte aller gezählten Exekutionen fanden in nur einem Land statt
taz | Die Zahl der Hinrichtungen im Iran ist stark zurückgegangen. Dennoch: Nach China, das die Zahl seiner vollstreckten Todesurteile geheim hält, liegt der Iran unangefochten auf Platz zwei. Mehr als 50 Prozent aller gezählten Hinrichtungen wurden im Jahr 2016 im Iran vollstreckt. Mindestens 567 Menschen hat das Regime nach Amnesty-Informationen ermorden lassen. Im Vorjahr waren es fast 1.000 gewesen.
Aber nicht nur die schiere Masse an Hingerichteten schockiert. Als eines von wenigen Ländern weltweit schreckt das Land auch nicht davor zurück, straffällig gewordene Minderjährige zu töten. Zwischen 2005 und 2015 sollen im Iran mindestens 73 Jugendliche hingerichtet worden sein. Obwohl Fälle von Jugendlichen seit 2015 vor besonderen Jugendgerichten verhandelt werden können, wurden im vergangenen Jahr erneut mindestens zwei Minderjährige hingerichtet, wie aus dem Amnesty-Bericht hervorgeht.
Dass viele weitere wohl noch in der Todeszelle sitzen, geht aus einem Bericht der Vereinten Nationen von Ende 2014 hervor. Darin bezifferten die Verfasser die Zahl der Minderjährigen, die noch auf ihre Hinrichtung warten, auf mehr als 160.
Jannis Hagmann
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen