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Die Glocke auf der Büßerbank

In komplizierten Parteiquerelen, die für Außenstehende kaum zu durchschauen sind, droht derzeit der überregional für seine akustische Qualität bekannte Konzertsaal „Glocke“ zu verrotten. Die seit Jahren notwendige Entscheidung ist blockiert, solange die Finanzierung von Sozialeinrichtungen gegen die von Kultur ausgespielt wird. Niemand wird bezweifeln, daß Schwimmbäder, Kindergärten oder Parkbänke wichtige Einrichtungen sind. Kulturorte wie die Glocke deswegen einzustampfen, erinnert aber allzusehr an den Refrain aus den guten alten 20er Jahren: Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Das kann doch nicht die ganze Weisheit der SPD sein.

Seit Jahren ist der Zustand der Glocke für Konzertbesucher, die 30 oder 70 Mark für eine Karte zahlen, unzumutbar. Seit Jahren kann der Eindruck, den die Glocke bei Besuchern aus Hamburg oder Frankfurt hinterläßt, nur peinlich für Bremen sein. Trotz aller Debatten um die knapper werdende finanzielle Decke der bremischen Staatsfinanzen — so schlimm ist es nicht, daß in Zukunft alle, denen an Kultur liegt, einen großen Bogen um die Freie Hansestadt Bremen machen müssen. Katrin Meyer

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