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Die GesellschaftskritikExtrem dumm weiß

„Ghostbusters“ wurde neu verfilmt. In den Hauptrollen: ausschließlich Frauen. Und der Twitter-Account der US-Schauspielerin Leslie Jones

Schauspielerin Lesly Jones ist in der Filmkritik des Journalisten Milo Yiannopoulos der konservativen US-Nachrichtenseite Breitbart.com nicht gut weggekommen. Er nennt ihre Rolle „spektakulär uninteressant“ und findet sie „extrem flach schwarz“ gestyled. Als sich Jones mit einem Tweet wehrt, starten die Anhänger des Journalisten eine Hasskampagne. Nach etlichen Versuchen, gegen die rassistischen Kommentare anzukämpfen, löscht Jones ihren Twitter-Account schließlich. Yiannopoulos Account indes wurde von Twitter gesperrt, weil er einige Hasstweets geteilt hatte. Angesichts der hohen Followerzahlen der beiden haben eine halbe Million Menschen den Streit potenziell mitverfolgt.

Twitter versucht schon länger gegen Hass im Netz vorzugehen. Dieser Fall zeigt: Promistatus hilft. Wird eine Person des öffentlichen Lebens angegriffen, handelt Twitter sofort. Sonst geht das nicht so schnell. Darüber kann man sich aufregen. Von einer Onlineplattform aber zu erwarten, dass sie das Hatespeech-Problem löst, das selbst die Politik nicht final stemmen kann, ist vermessen. Social-Media-Kanäle haben immer mehr politische Verantwortung. Die Frage ist nur, wie eine Plattform wie Twitter, die eigentlich durch Redefreiheit groß geworden ist, diese Verantwortung tragen soll, ohne ihren Sinn zu verlieren.

Michelle Sensel

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