: „Die Armee hilft uns“
■ Die Hoffnungen der Schwarzen in Natal
Esigodeni (wps) – Für Johannes Mthembus Familie kommt der Ausnahmezustand in Natal fast schon zu spät. In zehn Jahren Krieg zwischen ANC und Inkatha wurden zwei der vier Söhne erschossen. Das Familienheim wurde geplündert und zerstört. Dann floh der 63jährige mit seiner herzkranken Frau und zwei verwundeten Söhnen aus der Township Imbali.
„Diese Leute haben meine Familie kaputtgemacht“, erzählt Johannes in seinem winzigen Lehmhaus. Ende 1987, erzählt Johannes, ging Inkatha in Imbali auf Zwangsrekrutierungstour. Die Mthembus verweigerten sich. Es kam zu Streit mit den Inkatha- Kämpfern, auch mit Sichizo Zuma, Führer der Inkatha-Jugendbrigade. Steine flogen, Messer tauchten auf, Schüsse fielen. Die Söhne Simon und Smalridge wurden getroffen. Simon, mit einer Kugel im Rückgrat, starb im Krankenhaus. Die Polizei tat nichts.
Menschenrechtsgruppen erzwangen daraufhin vor Gericht eine Verfügung: Inkatha, so der Richter in Pietermaritzburg, müsse von „Tötung, Körperverletzung jedweder Art und Todesdrohungen“ gegen die Mthembus Abstand nehmen. Es nützte nichts. Sohn Ernest starb im Gewehrfeuer vor der Haustür. Der vierte Sohn, Elphas, bekam eine Kugel in den Fuß. So ging die Familie weg, in das ANC-kontrollierte Esigodeni. Das Verfahren gegen Inkatha wurde schließlich „mangels Beweisen“ eingestellt. Als der Richter dies verkündete, protestierte Johannes Mthembu im Gerichtssaal. „Ich sagte dem Richter, es gebe hier keine Gerechtigkeit. Er befahl mir, mich zu entschuldigen.“
Nun hofft er, daß das unweit der KwaZulu-Grenze liegende Esigodeni durch den Ausnahmezustand sicher bleibt. „Wenn die Armee kommt, hilft sie uns vielleicht“, meint er. Am Wochenende setzte das Militär die Stationierung von insgesamt 3.800 weiteren Soldaten in Natal fort. Nach Esigodeni sind sie noch nicht gekommen.
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