piwik no script img

Diäten-Abc III

Streßdiät

Die amerikanischen Erfinder setzen darauf, daß unter Streß der Körper Fettpolster abbaut. Wie aber erzeugt man Streß? Müssen die Dicken neben dem Preßlufthammer schlafen? Sollen sie sich in Liebeskummer stürzen oder täglich vierzehn Stunden arbeiten? Der Plan setzt auf Nahrungsmittel, die vom Körper für die Produktion von Streßhormonen gebraucht werden. Also: viel Eiweiß, Zitronensaft, Vollkorn und dunkles Blattgemüse. Reis und Nudeln sind tabu. Funktioniert leider nicht. Das Opfer hat vor allem mit einem Streß: seinem Bäuchlein.

Trennkost

Käse- und Wurstbrot sind ebenso verboten wie Fisch mit Kartoffeln und Sauerbraten mit Spätzle. Kohlenhydrate und Eiweiß müssen strikt getrennt werden. So wollen es die chemischen Verdauungsgesetze des Dr. Hay. Alles Quatsch! Längst ist bewiesen, daß unsere Darmwindungen Eiweiß und Kohlenhydrate auch getrennt sehr gut verwerten. Zwar gibt's viel gesundes Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte, ist aber auch einen Riesenaufwand. Außer Haus, in Kantinen und Restaurants sind Trennköstler meist aufgeschmissen – wenig alltagstauglich. Und (vorübergehend) abnehmen tut nur der, der auch noch Kalorien reduziert.

Vollkorndiät

Wichtigste Utensilien: Getreidemühle und Rohkostraspel, außerdem kaltgepreßtes Pflanzenöl und jodiertes Speisesalz. Die Diät ist sehr aufwendig, weil alles frisch zubereitet werden muß. Begleitpersonen sollten Abstand halten: Frischkornbrei und Rohkost verursachen Blähungen. Zum Abnehmen täglich 1.200 bis 1.800 Kalorien.

Waerland-Kur

Hardcore-Diät für Masochisten: morgens, mittags und abends jede Menge reines Quellwasser. Dazwischen mal ein Glas Gemüsesaft. Großzügigerweise sind außerdem noch ein wenig Kartoffeln, Gemüse und viel Knäckebrot erlaubt, aber nicht mehr als 600 Kalorien am Tag. Gewichtsabnahme garantiert – ebenso Durchfälle, Schwäche und Dauerfrust. Der Körper geht an seine Reserven und stellt den Stoffwechsel schnell auf Sparflamme um. Nach vierzehn Tagen wird wieder normal gegessen und der Gewichtsverlust ausgeglichen. -man-

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen