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Deutschland, entspanne

Foto: Hersteller

Man nehme Arnika, Bergamottöl, Alaun und noch allerlei andere Substanzen aus Gottes Garten, rühre einen Sud daraus und fülle ihn – Abrakadabra – in große dunkelbraune Flaschen, die vertrauenerweckend altmodisch wirken: Fertig ist die Retterspitz-Tinktur, die vor allem Altvorderen mit Gelenkschmerzen ein Begriff ist. Man macht „Wickel“ damit, feuchte Bandagen, die helfen bei Entzündungen und Schwellungen. Doch hat man den Trumm von einer Flasche erst einmal im Hause, entdeckt man sein schier unerschöpfliches Potenzial: Gegen Mastitis hilft die trübe Brühe und gegen Pubertätspickel und Hämorrhoiden. Wer noch nie von Retterspitz gehört hat, weiß wohl auch nicht mehr, wozu man einen Waschlappen braucht. Beträufelt man jedoch den einen mit dem anderen und legt sich das Ganze auf das Gesicht, so sinkt man bald in tiefen Schlaf. Retterspitz („seit 1902“) ist nicht von gestern, sondern das Produkt der Stunde. Gibt’s in Apotheken für etwa 8 Euro. Martin Reichert

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