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Der neue Treck der Buren

■ Weiße südafrikanische Bauern wandern aus – nach Afrika / Ziele: Sambia und Mosambik / „Wir kommen als Geschäftsleute“

Pretoria (IPS/taz) – Nelson Mandela ist begeistert, die Regierungen Schwarzafrikas gucken interessiert und die Betroffenen sind sowieso dafür: Südafrikas konservative weiße Farmer, die mit ihrer Idee eines eigenen Staates gescheitert sind, suchen jetzt ihr Glück in den schwarzen Nachbarländern. Unter Führung des Chefs der rechtskonservativen „Freiheitsfront“, General Constand Viljoen, bereiten sie sich auf einen neuen Treck nach Norden vor. „Südafrika hat einen Überschuß an Bauern, der genutzt werden muß“, so erklärt der Präsident der Transvaal-Landwirtschaftsunion, Dries Brouwer, die Absicht seiner Genossen. Erst letzte Woche reiste eine Farmer-Delegation unter Führung von General Viljoen nach Mosambik, mit dem Segen Präsident Nelson Mandelas und seines mosambikanischen Amtskollegen Chissano. Die ersten Auswanderer sollen ab Juli dort eintreffen. Viele weiße Farmer sind bereits nach Sambia gezogen, und sogar der Botschafter Ugandas hat die Buren offiziell eingeladen, sich in seinem Äquatorland anzusiedeln.

Schon einmal, ab 1835, hatten sich die burischen Bauern am Kap durch Wanderung nach Norden der „fremden“ Vorherrschaft der Briten zu entziehen versucht. Der „Große Treck“ führte zur Gründung eigener Burenrepubliken – die allerdings wurden Anfang dieses Jahrhunderts endgültig von Südafrika einverleibt.

Der Grund für den neuen Treck ist aber laut Brouwer nicht das Ende der Apartheid. In Südafrika herrsche, sagte er, eine „allgemein landwirtschafts-unfreundliche“ Einstellung. „Im Interesse des ganzen Kontinents können wir nicht soviel landwirtschaftlichen Sachverstand brachliegen lassen.“ Die Bauern kämen nicht als Missionare, sondern als Geschäftsleute.

Nach Jahrzehnten der Destabilisierung der Staaten des südlichen Afrika durch das Apartheidsregime, ist eine solche Wanderung schon erstaunlich. Es könnte allerdings auch sein, daß die Buren doch noch irgendwo in dem großen Kontinent, wo ja überall nur Eingeborene leben, ihr „weißes Homeland“ finden wollen. Brouwer weist das zurück: Dazu müsse man doch nicht von einem Land mit einer schwarzen Regierung in ein anderes mit einer schwarzen Regierung gehen. Aber Constand Viljoen hegt offenbar immer noch seine Träume: „Wir wollen unseren Volkstaat, unsere Heimat, unser eigenes Israel, einen Platz, wo wir unsere Kinder großziehen können und nicht unsere kulturelle Identität verlieren“, sagte er. Dies werde aber sicher Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern.

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