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Der Mississippi steigt noch weiter

■ Neue Rekordhöhe: 14,35 Meter / Einwohner von St. Louis müssen ihre Häuser verlassen

St. Louis (AFP/AP) – Nach einer kurzen Atempause haben neue Regenfälle die Hochwasserlage im mittleren Westen der USA wieder verschärft. In St. Louis, wo bereits der Scheitelpunkt des Mississippi-Hochwassers erreicht zu sein schien, stieg der Pegel am Dienstag abend noch leicht an und erreichte die neue Rekordhöhe von 14,35 Metern. Im Süden von St. Louis wurden weitere Stadtteile überflutet.

Der mit Sandsäcken notdürftig verstärkte Damm des Entwässerungskanals Des Peres brach an mehreren Stellen auf einer Länge von 1,6 Kilometern. „Das Wasser steht in einigen Gebieten schon brusthoch“, sagte Bill Groth vom technischen Amt in St. Louis. In letzter Minute wurden noch mehrere Einwohner in Sicherheit gebracht, die der Evakuierungsaufforderung vom Wochenende nicht Folge geleistet hatten.

„Wir wissen nicht, wie viele Häuser überflutet wurden“, sagte eine Specherin der Rettungsdienste am Dienstag abend (Ortszeit) in St. Louis. Sie beschrieb die Situation als „sehr ernst“. Am Montag und Dienstag war der Wasserstand bei sonnigem Wetter vorübergehend leicht gesunken. Dies hatte bei den Bewohnern des Überschwemmungsgebietes verfrühte Hoffnungen ausgelöst, das Schlimmste sei überstanden. Am Unterlauf des Stroms, der in den nächsten Tagen vom Hochwasser erreicht werden wird, wurden Sandsackbarrieren errichtet.

Bei Keokuk im US-Bundesstaat Iowa, wo sich die einzige noch befahrbare Mississippi-Brücke auf einer Strecke von 320 Kilometern befindet, bildeten sich kilometerlange Staus. Aus anderen Gebieten des Mittleren Westens der USA wurde dagegen eine leicht entspannte Situation gemeldet. Nach Angaben der Behörden wurden bisher 31 Menschen durch die Überschwemmungen getötet. Ferner seien nach einer Schätzung des Roten Kreuzes mehr als 22.000 Gebäude beschädigt worden. In Des Moines im Bundesstaat Iowa waren 250.000 Einwohner mehr als eine Woche lang von der Trinkwasserversorgung abgeschnitten.

Der Gesamtschaden wurde von der US- Regierung mit bisher etwa drei Milliarden US-Dollar angegeben. Private Experten schätzten die Schadenshöhe dagegen auf bis zu zehn Milliarden Mark. Die Ernte in den Überschwemmungsgebieten sei weitgehend vernichtet worden. Für die Geschädigten kündigte Clinton Hilfsmaßnahmen der US-Regierung in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar an.

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