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Der LebensmittelcheckOlle Makrele im Angebot

Jeder dritte Berliner Lebensmittelbetrieb verstößt gegen Vorschriften. Vor allem bei Fischen und anderem Meeresgetier sind viele Proben bedenklich. Foodwatch fordert Veröffentlichung der Namen.

Eine unappetitliche Statistik: Bei Lebensmittelkontrollen ist im vergangenen Jahr fast jeder dritte Berliner Betrieb negativ aufgefallen. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Gesundheit nahmen die Inspekteure 35.000 Großmärkte, Hersteller, Restaurants, Läden und Imbisse unter die Lupe. Bei knapp 11.000 stellten sie einen Verstoß gegen das Lebensmittelrecht fest. Mit 31 Prozent liegen die Beanstandungen zwar zwei Punkte unter denen des Jahres 2006, im Vergleich mit anderen Ländern hat Berlin aber immer noch besonders viele Geschmacklosigkeiten im Angebot: Bundesweit liegt der Schnitt bei 23 Prozent.

Nicht immer geht es gleich um vergammelte Speisen. Viele Betriebe missachteten laut Senatsverwaltung die Hygienebestimmungen. Andere kennzeichneten ihre Produkte nicht ordnungsgemäß. Insgesamt 15.000 Lebensmittelproben haben die Kontrolleure ins Labor geschickt. Besonders Fische und Meeresfrüchte kamen dabei nicht gut weg. Jede fünfte Probe erwies sich als bedenklich. Die Berliner Betriebe können mit dem schwimmenden Getier offenbar besonders schlecht umgehen: Deutschlandweit sind im Schnitt nur halb so viele Proben mangelhaft.

Dass die Berliner Lebensmittel zu wünschen übrig lassen, zeigte sich zuletzt beim Gammelfleischskandal im Herbst 2006. Bei einem Dönerproduzenten fanden Ermittler tonnenweise verdorbenes, zum Teil von Salmonellen befallenes Fleisch. Der Unternehmer soll mehrere hundert Imbissbuden mit Dönerspießen beliefert haben. Er wurde zu einer Geldstrafe von 40.000 Euro verurteilt.

Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher (Linke) gelobte danach, auch in der Verwaltung die "bestehenden Verfahrensabläufe einer intensiven Prüfung" zu unterziehen. Auch soll es regelmäßig Berichte zur Lebensmittelüberwachung geben. Der erste werde nach der Sommerpause veröffentlicht, sagte ihre Sprecherin am Sonntag zur taz.

Zwar fühlen die Kontrolleure in Berlin mehr Betrieben auf den Zahn als anderswo: 2007 statteten die Inspekteure 62 Prozent aller Unternehmen der Branche einen Besuch ab, bundesweit liegt die Quote bei 47 Prozent. Über die Qualität der Kontrolle sagt das aber noch nichts aus. Die werde zu wenig gefördert, kritisierte Michael Schäfer von den Grünen. Die Budgetzuweisung innerhalb der Verwaltung richte sich nach der Zahl der geprüften Fälle, nicht aber nach dem Umfang der Kontrolle. "Ob Imbissbude oder Großmarkt, ist egal." Das führe dazu, dass die Mitarbeiter der Ämter eher oberflächlich hinschauen, sagte Schäfer. "Dieses gravierende Problem hat Frau Lompscher noch nicht behoben." Man sei dabei, Maßnahmen zur Verbesserung umzusetzen, sagte dazu die Sprecherin der Senatorin.

Auch Thilo Bode von der Verbraucherorganisation Foodwatch sieht die neuen Zahlen mit Skepsis. "Wir können die Kontrollen nicht beurteilen, weil die Betriebe nicht beim Namen genannt werden." Er fordert die Veröffentlichung der Ergebnisse, so wie das in England und Irland der Fall sei. Nur so hätten die Prüfungen auch eine präventive Wirkung, glaubt Bode. "Aber in Deutschland wird das Amtsgeheimnis leider immer noch über den gesundheitlichen Verbraucherschutz gestellt."

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