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Der Gesundheitskrauter

Da ist einer Zeit seines Lebens Gärtner gewesen. Erst im Gras rumgekrochen und der Nachbarstochter kleine Löwenzahnsträuße gewidmet. Dann die Schule mit den bunten kleinen Zeichnungen von den kleinen bunten Blümelein. Als das vorüber war, die Lehre: neues Wissen über das wunderliche Wachstum chemisch gehegter Pflanzen.

Worüber nichts zu hören war, das war der Verlust an Geschmack und ernährungsphysiologischem Gehalt, der mit der Fruchtschönheit kam.

Aber dann die Erleuchtung: Eine gesunde Arbeit in einem Garten, in dem die Läuse mit vergorenem Brennesselsud vertrieben werden, in dem man die Pflanzen mit wohlig duftendem Kompost ernährt und überhaupt eher liebevoll Hand anlegt. Nach anfänglichem Zögern angesichts des schrumpeligen Obst und Gemüses, an dessen Herstellung er nun beteiligt ist, läßt sich unser Gärtner überzeugen und ißt. Klein, aber fein sind seine neuen Produkte, verschorft, aber geschmacksintensiv und so viel gesünder.

Bald wächst er, der Gärtner, dem nun das Essen ungeahnt schmeckt, er wächst in die Breite und wächst und wächst. Seine Gesichtsfarbe leuchtet nach Gesundheit und ein waches Lächeln legt sich um seine Lippen, seine Stimme wird tief und schwer, sie dringt aus der Tiefe seines Bauches, und heute unterhält er die Gäste auf der BIOTA.