Demonstrationen nach Öl-Katastrophe: Größter Protest ever in Mauritius
Zehntausende von Menschen demonstrieren in der Inselhauptstadt gegen das Ölkrisenmanagement der Regierung. Das Öl hat schwere Schäden angerichtet.
Foto: Beekash Roopun / AP
afp/taz | Nach der Ölkatastrophe vor Mauritius haben am Samstag Zehntausende Inselbewohner gegen die Regierung protestiert. 50.000 bis 75.000 Menschen versammelten sich zur größten Demonstration der Landesgeschichte auf dem Platz vor der Kathedrale in der Hauptstadt Port Louis.
Die meisten Demonstranten trugen Schwarz, um auf die verheerenden Folgen des Öllecks hinzuweisen. Viele Demonstranten trugen die Landesflagge, um klarzustellen, dass es sich um einen überparteilichen Protest handele. Sie forderten unter anderem den Rücktritt von Premierminister Pravid Jugnauth.
Die Protestierenden kritisierten, dass die Regierung zu lange gebraucht habe, um das Abpumpen von Heizöl und Diesel aus dem havarierten japanischen Frachter „Wakashio“ zu organisieren. Das Auslaufen von über 1000 Tonnen Treibstoff aus dem Frachter, nachdem er Ende Juli vor der Südostküste von Mauritius auf ein Riff lief und drei Wochen später auseinanderbrach, hat die mauritischen Küsten verschmutzt und viele Tiere getötet. Die Bevölkerung der Region organisierte die Säuberung und die Abwehr der Ölteppiche größtenteils selbst.
Erst vor wenigen Tagen wurden 34 tote Delfine an die betroffene Küste angeschwemmt, nur wenige Kilometer von der Unfallstelle entfernt. Ersten Befunden zufolge ist kein Öl in ihnen enthalten, doch seien weitere toxikologische Untersuchungen nötig, erklärten die Behörden. Die Bevölkerung sieht einen Zusammenhang mit der Ölpest.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen
meistkommentiert