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■ Das PortraitAxel Kremer

Schwulenbewegt mit tausend Umdrehungen in der Minute: Axel Kremer (29), Informatikstudent aus Neuss, gibt „Mark“ heraus – republikweit das erste Homo-Magazin auf CD-ROM. Das Multimedium bietet auf einem Datenträger ein Textarchiv mit tausend Artikeln eines Homo-Boulevardblatts, Filmausschnitte, Radiobeiträge, schwule Schlager, Kleinanzeigen und erotische Fotos. Der Benutzer der „Mark“- Oberfläche kann dort die Adresse des örtlichen schwulen Sportvereins ebenso finden wie die „Wahrheit über Marianne Rosenberg“. Ansteuern kann der Laser-Leser auch eine Coming-out-Comedy, ein Kreuzworträtsel oder TV-Beiträge der schwulen Schwager aus der Schweiz.

Antrieb für die mehr als 600stündige Entwicklungsarbeit: der Ärger des freiberuflichen Programmierers Kremer darüber, daß es zuvor auf dem deutschen Markt „nur billige Porno-CD-ROMs aus den USA“ gab. Das CD-Magazin ist seit seinem ersten Erscheinen im Sommer ein Pionierprojekt geblieben. „Mark“ allein zu Haus: Axel Kremer ist nicht nur Verleger, Herausgeber und Chefredakteur in einer Person – nein, auch das Programmieren, die Grafik, Vertrieb, Akquisition und Werbung macht er selbst und sucht deshalb dringend Mitarbeiter.

Weil die Auflage von „Mark“ noch nicht so recht explodiert (500) und die Verbesserung der CD-ROM hin zu mehr Interaktivität aufHerausgeber der ersten schwulen CD-ROMFoto: Privat

wendig ist, verwendet Kremer vorerst Ausschnitte aus vorhandenen schwulen Medienerzeugnissen. Daß deshalb manchmal „Vielfalt noch vor Professionalität“ geht, findet der frühere Asta- Schwulenreferent aber auch inhaltlich in Ordnung.

Was die sexy Seite von „Mark“ angeht, verhält sich Kremer erst einmal zurückhaltend, denn eins will er ganz gewiß nicht: auf den Index geraten. Hat sich doch kürzlich gezeigt, wie vorurteilsvoll mancher Hetero der Homo-CD-ROM begegnet. Als Kremer Anzeigen für „Mark“ in den Computerblättern Chip und PC Welt schalten wollte, lehnten diese zunächst brüsk ab. Das Wort „schwul“ und der Coverboy auf der CD-Hülle erregten Anstoß. Und das, obwohl das muskulöse Model ganz brav mit Unterhose, Armbanduhr und Goldkettchen bekleidet ist. Nachdem beide Zeitschriften „Mark“ zwischenzeitlich selbst getestet haben, dürfen die Anzeigen doch erscheinen. Hans-H. Kotte

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