■ Der Urfa-Tunnel wird eröffnet: „Das Kalifornien des Nahen Ostens“
Istanbul (taz) – Die Jubelstimmung der türkischen Medien ist nicht zu überhören. „Ein tausendjähriger Traum geht in Erfüllung“, titelt die türkische Tageszeitung Hürriyet. Der türkische Staat hat einen bombastischen Festakt vorbereitet. Der türkische Staatspräsident Süleyman Demirel und Ministerpräsidentin Tansu Çiller werden heute in der südöstlichen Provinz Urfa den ersten „Urfa-Tunnel“ eröffnen.
Das im Atatürk-Staudamm gestaute Wasser des Euphrat soll durch den 26 Kilometer langen und 7,5 Meter breiten Tunnel in die Harran-Ebene gepumpt werden. Hunderttausende Hektar bislang unfruchtbarer Boden werden somit für die Landwirtschaft erschlossen. „Wir errichten das Kalifornien des Nahen Osten“, schwärmen die Ingenieure des Mammutprojekts. Fast drei Millionen Kubikmeter Wasser werden täglich aus dem Tunnel strömen. Wasserkanäle mit einer Gesamtlänge von 14.000 Kilometern schließen sich an. Die Bauarbeiten des ersten Urfa-Tunnels, in deren Verlauf 90 Arbeiter ums Leben kamen, dauerten 13 Jahre.
Der Tunnel ist Kernstück des ökologisch umstrittenen „Südostanatolien-Projekts“, das in den vom Bürgerkrieg zerrütteten kurdischen Regionen Arbeitsplätze für 3,5 Millionen Menschen schaffen soll. Ömer Erzeren
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