: DWK besucht WAA-Kläger
WAA-Betreiberfirma will Kläger weichkochen ■ Aus Schwandorf Bernd Siegler
Vor zwei Wochen bekam der Altenschwander Landwirt Michael Meier (54) überraschenden Besuch. Zwei Herren von der Wackersdorfer Filiale der WAA-Betreiberfirma DWK standen vor der Tür. Michael Meier ist nicht irgendwer. Der Landwirt ist der letzte Kläger im atom- und bebauungsrechtlichen Verfahren gegen die WAA. Die anderen haben entweder aufgegeben oder Grundstücke und Häuser für überzogene Preise an die DWK verkauft. Bauer Meier blieb standhaft, mit der DWK verkehrte er bislang nur gerichtlich über seinen Würzburger Anwalt Baumann.
Die beiden Herren der DWK legten Michael Meier einen fünfseitigen sogenannten „Gestattungsvertrag“ vor. Im Rahmen eines „ökologischen Beweissicherungsprogramms“ hat demnach die DWW unter anderem ausgerechnet das Grundstück von Bauer Meier ausgewählt. Etwa 600 Meter östlich des WAA-Geländes befindet sich die Sandgrube, die Meier seit Jahren sich selbst überlassen hat. Die DWK will nun dort bis 1998 jährlich bis zu zehn Mal tierkundliche Untersuchungen vornehmen, zum Beispiel Nistkästen und Bodenfallen kontrollieren. Doch zuerst will die WAA-Betreiberin einmal in die Natur eingreifen und die Kiefern beziehungsweise den seit einem Jahr liegengelassenen Grasschnitt entfernen. Für seine Kooperationsbereitschaft erhält Meier eine „einmalige Entschädigung in Höhe von 1.120 DM“. „Sind sie nicht auf das Geld angewiesen?“ fragen sie den Bauern Meier, der seit Jahren von Arbeitslosenhilfe lebt.
Bauer Meier lehnt die Unterzeichnung des Vertrags ab. Er will mit der DWK keine Geschäfte machen. Klaus Pöhler von der BI Schwandorf hält den DWK-Besuch bei Meier für eine „unfaßbare Unverfrorenheit“ und einen „Versuch der Einflußnahme“ auf den Landwirt. Zudem sei eine ökologische Beweissicherung zum jetzigen Zeitpunkt eine Farce, da inzwischen die klimatischen Verhältnisse und der Wasserhaushalt in der Umgebung stark verändert worden seien.
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