■ DOKUMENTATION: Erklärung der taz-Redaktion
66 Redaktionsmitglieder der 'tageszeitung‘ haben das Vereinsplenum am 2. Oktober 1991 verlassen und sich für die Zukunft der taz auf folgendes verständigt:
1.Der „Verein der Freunde der alternativen Tageszeitung“ als Eigentümer der taz ist nicht mehr geeignet, das Erscheinen der 'tageszeitung‘ auf Dauer zu sichern. Eine effektive Sanierung der taz kann nur durch eine andere Unternehmensstruktur gewährleistet werden. Dazu ist ein Verlag notwendig, der vom „Verein der Freunde der alternativen Tageszeitung“ abgekoppelt ist.
2.Deshalb haben wir ein dreiköpfiges Gremium gewählt, das aus Götz Aly, Andreas Rostek und Wolfgang Zügel besteht und schnellstmöglich und mit fachkundigem Rat von außen folgende Vorhaben entscheidungsfähig ausarbeitet:
a) ein Redaktionsstatut, das die Demokratie innerhalb der Redaktion und die Beziehung zwischen Redaktion und Verlag festlegt;
b) die Einrichtung eines Betriebsrats;
c) ein Sanierungskonzept, bei dem die juristische Struktur des Verlags so verändert wird, daß eine Eigentumsbeteiligung der noch zu gründenden MitarbeiterInnengesellschaft und eine Kapitalbeteiligung von außen möglich sind.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen