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■ DAS REICH DER SOWJETS ENDET MIT DIESEM JAHRSilvester im Kreml: Krach um die Raketen

Moskau (taz) — Silvester wird die UdSSR beerdigt, die rote Fahne über dem Kreml eingerollt. Darauf einigten sich Rußlands Präsident Boris Jelzin und der Präsident des zerfallenen Reiches Michail Gorbatschow am Dienstag abend. Bis dahin sollen nach dem Willen des neuen Chefs im Kreml die Relikte des alten Systems beseitigt sein. Das letzte Stündlein wird nicht nur für den KGB schlagen, sondern auch für das zentrale Innenministerium, das Außenministerium, den Volksdeputiertenkongreß mit seiner Bürokratie und das Staatspräsidium mit seinem ganzen Troß. Auch die kurze Geschichte des nach dem August-Putsch gegründeten Staatsrats soll zu Ende gehen. Das Verteidigungsministerium und das Kommando der Streitkräfte sollen hingegen von dem neuen Staatenbund übernommen werden. Geharnischte Konflikte kündigen sich schon jetzt zwischen den neuen Staaten an, sobald die Rede auf die Atomwaffen kommt. Der kasachische Präsident Nasarbajew will so lange nicht auf Atomwaffen verzichten, wie Rußland noch über welche verfügt. „Als Politiker kann ich nicht gegen den Strom schwimmen“, kommentierte Gorbatschow seine Zwangspensionierung. Mit dem gescheiterten August-Putsch hatte der Todeskampf des Sowjetimperiums begonnen. Durch den Brester Beschluß am 8. Dezember hatten die Führungen der drei slawischen Republiken ihm den Todesstoß versetzt. SEITE 3