Coronakrise im Pflegeheim: 100 Tage Einsamkeit

Die Mutter unserer Autorin lebt im Kreuzberger Pflegeheim. Die Corona-Isolation setzt ihr so sehr zu, dass ihre Tochter sie kaum wiedererkennt.

Jüngere Frau hält Hände einer älteren Frau

Auch die schlichte Nähe beim Händehalten war lange Zeit nicht möglich Foto: Bernat Armangue/ap/dpa

BERLIN taz | Drei Monate fast habe ich meine Mutter im Pflegeheim nicht besuchen dürfen. Ausnahmsweise sitze ich ihr beim Arzt gegenüber und erkenne sie nicht mehr. Ihr Blick ist trübe geworden, die Augen eingefallen, der Teint fahl. Kein Lippenstift, kein Rouge aufgetragen, sonst geht sie ohne nicht aus dem Haus. Ich will nicht wahrhaben, dass die gebeugte Gestalt meine Mutter ist, mit diesen Streichholzbeinchen, wie eine Magersüchtige mit zu großem Kopf. Das Unterhemd schlottert, sie schämt sich, es auszuziehen. Die weißen Arme sind fleckig, vernarbt von Wunden und Kratzspuren der Entzündungen, die infolge allergischer Reaktionen durch starke opioide Schmerzmittel entstehen.

Meine Mutter lebte bereits zwei Jahre in einem Kreuzberger Pflegeheim, als das neuartige Virus Sars-CoV-2 sich verbreitete. Die soziale Isolation hat sie apathisch gemacht, als hätte jemand den Stecker gezogen. Schon vorher hat sie einiges durchgestanden: einen schweren Schlaganfall mit anschließendem Koma, einen weiteren Hirninfarkt, einen Herzstillstand mit Wiederbelebung. Sie hat eine halbseitige Lähmung zurückbehalten, sitzt im Rollstuhl und wollte doch immer leben.

Nach alldem frage ich mich jedoch, ob sie schlussendlich im Heim verhungern wird, weil ihre Bedürfnisse nicht zählen angesichts des Schutzbedürfnisses all der anderen. Ich werfe alle Abstandsregeln über Bord, traurig, dass dieser sterile Ort – das Arztzimmer – der einzige ist, wo ich sie in den Arm nehmen und streicheln kann. „Ich vermisse meine Therapeuten“, sagt sie. Von Tag zu Tag verkürzen sich ihre Sehnen in den gelähmten Gliedmaßen, von Tag zu Tag nimmt der Schmerz zu, weil sie nicht bewegt werden. Ein Termin bei einem neuen Spezialisten für Schmerztherapie und Hanfmedizin ist aufgrund der Pandemie abgesagt worden.

Nach anfangs massiven Kontaktbeschränkungen für Senior*innen in Pflegeheimen, gegen die viele Angehörige, aber auch Heimbetreiber*innen heftig protestiert hatten, hat die Gesundheitsministerkonferenz im Juni beschlossen, „den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner nach sozialen Kontakten deutlich mehr Gewicht einzuräumen und bestehende Spielräume auszuschöpfen“. In Berlin hat die Senatsverwaltung für Gesundheit und Pflege ein entsprechendes Schutz- und Hygienekonzept entwickelt.

Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen dürfen demnach aktuell täglich Besuch von bis zu drei Personen empfangen, wobei die maximale Besuchsdauer festgelegt werden darf und die Abstandsregeln einzuhalten sind. Auch Ehrenamtlichen und Seelsorger*innen ist das Betreten der Einrichtungen gestattet.

Ausgenommen sind Menschen mit Atemwegsinfektionen. Im Falle einer bestätigten Covid-19-Infektion in der Einrichtung kann deren Leitung allerdings Besuche einschränken oder ein Besuchsverbot festlegen.

Auch das kurzzeitige Verlassen der Einrichtungen ist den Bewohnerinnen und Bewohnern erlaubt.

Hospize sind von der Eindämmungsverordnung ausgenommen, sie unterliegen keinen Besuchseinschränkungen mehr. Es gelten die Hygienevorschriften (Mundschutz, Abstand), von denen bei Unterbringung in Einzelzimmern aber abgesehen werden kann.

Tagespflegeeinrichtungen sollen eine Notbetreuung über die Hälfte der Plätze anbieten für: Pflegebedürftige mit Angehörigen in systemrelevanten Berufen, Pflegebedürftige, deren Versorgung ohne Tagespflege nicht sichergestellt werden kann, Pflegebedürftige, deren Versorgung ohne Tagespflege besonders schwierig ist.

Alle Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegedienste müssen Schutz- und Hygienekonzepte erstellen. Beschäftige, Bewohner- und Besucher*innen müssen Mund-Nasen-Bedeckungen tragen.

Bei Konflikten zu Besuchsregelungen empfiehlt die Senatsverwaltung für Gesundheit und Pflege, sich an die Heimaufsicht zu wenden: heimaufsicht@lageso.berlin.de

Telefon: (030) 90229 – 3333

Mein Telefon steht nicht mehr still, ständig bekomme ich Anrufe aus dem Heim, und oft gehe ich schon gar nicht mehr ran. Entweder ist sie wütend, oder sie weint. Ich erfahre von ihrem Bulimie-Anfall. Sie hatte sich die Zahnbürste in den Rachen gesteckt, um das Essen herauszuwürgen. Zu Anfang des von der Pflegeleitung verordneten Besuchsverbots im Heim glaubte sie vielleicht, ihre Wut würde allen Angst machen und sie könnte einen Besuch ihrer Tochter erzwingen.

Von Tag zu Tag seltsamer

Die Ärztin im Haus will sie auf Demenz untersuchen lassen, dabei zeigte sie bislang keinerlei Anzeichen für eine Verwirrung oder starken Realitätsverlust. Doch ihr Verhalten wird von Tag zu Tag seltsamer, was beängstigend ist.

Sie behauptet, es würden Dinge aus ihrem Zimmer verschwinden. Mal ist es ein Spiegel, mal eine Ananas oder eine Tablette. Sie verdächtigt das Pflegepersonal, sie zu bestehlen, und streitet ständig über Kleinigkeiten. Gehässig und bitter ist sie geworden, denke ich, die Pflegerinnen und Pfleger sind erschöpft, das höre ich heraus, wenn ich mit ihnen spreche.

Die Situation eskaliert, als sie randaliert, eine Vase an der Wand zerschmettert. „Ich bringe mich um, wenn sie mich nicht rauslassen“, schreit sie ins Telefon. Sie knallt den Hörer auf, weil ich ihr nicht helfen kann. Aus Verzweiflung nimmt sie ein Messer und schneidet sich ins Bein.

Es folgt ein kurzer Aufenthalt in der Psychiatrie, danach hat sie mit ernsthaften Atemproblemen zu kämpfen, sodass sie eines Nachts mit hohem Blutdruck auf der Kardiologie im Urbankrankenhaus eingeliefert wird. Um operiert zu werden: Es müssen Stents gelegt werden, da die Herzklappen nicht mehr gut schließen. „Ich habe mich einfach so aufgeregt“, sagt sie später. Eine weitere Herz-OP wird verschoben, die sie aufgrund ihrer schlechten Verfassung wahrscheinlich nicht überleben würde.

Ohne soziale Kontakte

Bei der Entlassung wird ein Coronatest mit negativem Ergebnis durchgeführt. Trotzdem landet sie im Pflegeheim in einer zweiwöchigen Quarantäne („Sie könnte sich ja auf dem Transport beim Sanitäter angesteckt haben“). Zwei Wochen ohne soziale Kontakte, außer zum Pflegepersonal – für meine Mutter wohl das Schlimmste, was sie bisher erlebt hat. Obwohl der Kardiologe im Urban bei Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregeln einem Besuch von Angehörigen im Heim zugestimmt hat, als ich ihn nach seiner Einschätzung bat, obwohl sich das zuständige Gesundheitsamt in Kreuzberg der Arztmeinung angeschlossen hat.

Alle wünschen sich Normalität und Alltag zurück, doch zu welchem Preis? Die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für Pflegeheime und Risikogruppen sind sinnvoll, da Pflegebedürftige ganz besonders betroffen sind und ein Drittel aller Covid-19-Toten ausmachen. Die Verantwortung für sie wird in der Praxis allerdings auf die Heimleitungen abgewälzt, nicht anders sind die unterschiedlichen Handhabungen des Besuchs- und Ausgangsrechts in den verschiedenen Heimen in einem einzigen Bundesland zu erklären. Verständlich, die Heimleitung muss sowohl Sorge für die Patienten als auch für das Personal tragen. Sie ist es im Ernstfall ja auch, die schlechte Presse und die Angehörigen fürchten muss, wenn Bewohner sich infizieren und zuhauf sterben, wie in mehreren Heimen in Deutschland bereits geschehen.

In den Medien reden viele über die Alten. Selten jedoch Betroffene selbst. Wie auch, keine andere Bevölkerungsgruppe ist so abgeschottet, kaum eine hat so wenige Fürsprecher in Coronazeiten. Trotz aller gut gemeinten Mahnungen – es sei ethisch nicht vertretbar, alte Menschen sozial vollständig zu isolieren – passiert in vielen Heimen Deutschlands genau das.

Auf der Website der Interessenvertretung der Pflegebetroffenen (biva) steht über Besuchsverbote: „Im Falle einer bestätigten Covid-19-Infektion in der Einrichtung kann die Leitung der Einrichtung im Rahmen einer Gefährdungsabschätzung für die Bewohnerinnen und Bewohner, an der das zuständige Gesundheitsamt zu beteiligen ist, die Besuchsregelung nach Satz 1 einschränken oder ein Besuchsverbot festlegen.“ Das Hausrecht gewährt der Pflegeheimleitung einen undefinierten Spielraum für Entscheidungen, da es keine eindeutigen Regelungen auf Länder- und Bundesebene gibt. Dazu untersagt sie Heimbewohner*innen den Ausgang. Auch das, obwohl sie dazu keine Befugnis hat.

Mittlerweile gibt es im Pflegeheim meiner Mutter wieder eine eingeschränkte Besuchserlaubnis. In einem abgegrenzten Raum sind wir durch zwei Tische drei Meter voneinander entfernt. Die Tür steht offen, es bleibt unpersönlich, da helfen auch die Blümchen auf dem Tisch nicht. Ich muss sehr laut sprechen, da meine Mutter schwerhörig ist, und bin nicht sicher, was bei ihr ankommt.

Alles, was ich mitbringe, jeder Gegenstand muss desinfiziert werden. Der leckere Kuchen muss wieder mit nach Hause, da er zwar in Plastik verpackt, aber nicht eingeschweißt ist. Jetzt steigt in mir die Wut auf, die ich gleich zu unterdrücken suche. Dennoch werde ich den Verdacht nicht los, dass manche Verbote Schikanen sind. Ich bin immer in der Klemme zwischen Helfenwollen, schlechtem Gewissen, Apathie und Stillhalten und will die Pflegeheimleitung nicht verärgern. Ich weiß, welchen Beitrag die Pflegekräfte leisten, und mag mich nicht ständig beschweren. Eigentlich dürfte ich meine Mutter täglich besuchen. Eigentlich, so steht es in den Pandemie-Verordnungen des Berliner Senats. Doch es fehlt an Personal, um diesem Bedürfnis der Angehörigen zu entsprechen. So bekomme ich zehn Tage keinen Besuchstermin.

Ich glaube, meine Mutter hat bislang durchgehalten, weil die neuen Medikamente sie ruhigstellen. Jedenfalls klagt sie nicht mehr, auch höre ich nichts mehr davon, dass sie wütend ist. Ist der Spuk vorbei? Oder beginnt bald alles wieder von vorn?

Einmal zahlen
.

Fehler im Text entdeckt? Wir freuen uns über einen Hinweis!

■ Das neuartige Coronavirus trägt die offizielle Bezeichnung SARS-CoV-2. Es ruft die Krankheit mit dem offiziellen Namen Covid-19 hervor. Der Virus ist von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ab Januar 2020 hatte sich das Virus von der Stadt Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei her ausgebreitet – inzwischen weltweit.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Ausbreitung des Coronavirus am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt, also zu einer weltweiten Epidemie.

Alle Artikel der taz zum Thema finden sich im Schwerpunkt Coronavirus.

Eine Pandemie ist eine weltweite Epidemie, also regional nicht begrenzt. Bei einer Pandemie überträgt sich ein neuartiger Virus von Mensch zu Mensch.

■ Da es keine Grundimmunität gibt, keine spezifischen Medikamente und keine Impfung, führt das zu einer hohen Zahl an teils schweren Erkrankungen und Toten. Dies kann unter anderem zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen, wie es beispielsweise in Italien bereits regional zu beobachten war. Deshalb ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig schwer erkranken.

Auf eine weitreichende Beschränkungen sozialer Kontakte hatten sich am 22. März 2020 die Bundeskanzlerin und Regierungschefs der Länder geeinigt. Damit sollte der Anstieg der Fallzahlen verlangsamt und eine Überlastung des Gesundheitssystems möglichst verhindert werden. Im April sowie im Mai beschlossen Kanzlerin und Länderchefs dann schrittweise Lockerungen. Die Kontaktbeschränkungen bleiben grundsätzlich bis zum 29. Juni bestehen. Details regeln weiterhin die Länder. (Hier eine Übersicht der Bundesregiergung zu Regelungen in den Ländern). Im Fall regionaler schneller Anstiege der Infektionszahlen sollen die Behörden vor Ort sofort mit neuen Beschränkungen reagieren.

■ Einen Abstand von mindestens 1,5 Metern soll man weiterhin draußen zu allen anderen Menschen außer der Begleitung einhalten.

■ Ein Mund-Nasen-Schutz muss in ganz Deutschland beim Einkaufen und im Öffentlichen Personennahverkehr getragen werden.

■ Seit Anfang Mai gilt: Angehörige zweier Haushalte dürfen sich grundsätzlich treffen – beispielsweise also zwei Familien oder zwei Wohngemeinschaften. In einzelnen Bundesländern gibt es darüberhinaus Spezialregelungen.

Schulen und Vorschulen sollen unter Auflagen noch vor dem Sommer wieder für alle Kinder öffnen.

■ In Kliniken und Pflegeeinrichtungen wurden die Regeln gelockert: PatientInnen oder BewohnerInnen können wieder durch eine bestimmte Person besucht werden.

Alle Geschäfte in Deutschland dürfen unter Auflagen wieder öffnen – ohne Quadratmeterbegrenzung der Verkaufsfläche.

Im Sport ist das Training unter freiem Himmel wieder erlaubt. Freizeitsportler müssen sich aber an bestimmte Auflagen halten. So muss eine Distanz von mindestens 1,5 Metern gewährleistet sein.

Die Fußball-Bundesliga hat die Saison seit Mitte Mai mit Geisterspielen fortgesetzt – zumindest die erste und zweite Liga der Männer. Die Fußballbundesliga der Frauen bleibt hingegen zunächst ausgesetzt. Vor Publikum werden in dieser Saison in jedem Fall keine Spiele mehr stattfinden.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten.

Bei Restaurants sollen die Bundesländer eine schrittweise Öffnungen selbst regeln. Auch für Kinos, Theater, Hotels oder Kosmetikstudios haben die Ländern die Lockerungen eigenständig zu verantworten.

■ Spielplätze sind unter Auflagen wieder geöffnet – darauf einigten sich Kanzlerin und Länderchefs bereits am 30. April.

Gottesdienste und Gebetsversammlungen sind wieder zugelassen – unter besonderen Anforderungen des Infektionsschutzes. Taufen, Beschneidungen und Trauungen sowie Trauergottesdienste sollen im kleinen Kreis möglich sein.

Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Zoos und botanische Gärten können unter Auflagen wieder öffnen.

Aktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland veröffentlicht das Robert-Koch-Institut (RKI).

Eine ausführliche Darstellung der COVID-19-Fälle in Deutschland bis auf Landkreisebene hat das RKI in einem Corona-Dashboard zusammengestellt. Auch gibt es tägliche Situationsberichte heraus.

Internationale Zahlen hat unter anderem die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer interaktiven Grafik aufbereitet.

■ Ebenso weltweite Fallzahlen stellt die Johns Hopkins University auf einer interaktiven Karte dar.

■ Die Unterschiede bei den Fallzahlen von RKI, WHO und Johns Hopkins University bedeuten nicht, dass die Zahlen falsch sind. Differenzen ergeben sich vielmehr aus Melde-Verzögerungen und unterschiedlichen Quellen: Dem RKI werden die Fallzahlen von den Gesundheitsämtern über das jeweilige Bundesland übermittelt. Es meldet die Zahlen nach einer Prüfung dann weiter an die WHO – so kommt es zu Verzögerungen. Die Daten der Johns Hopkins University kommen nach eigenen Angaben aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen und können daher von jenen Zahlen von RKI und WHO abweichen.

Eine Erkrankung an Covid-19 nach einer Infektion mit dem Coronavirus äußert sich laut Bundesgesundheitsministerium durch grippeähnliche Symptome, wie trockenem Husten, Fieber, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Durchfall sowie Schüttelfrost sei berichtet worden.

Die Inkubationszeit beträgt nach aktuellen Erkenntnissen wohl bis zu 14 Tage: Das heißt, dass es nach einer Ansteckung bis zu zwei Wochen dauern kann, bis Symptome auftreten.

■ Wichtig: Infizierte können den Virus schon übertragen, wenn sie selbst noch keine Symptome bemerken.

Der Coronavirus wird vor allem mit einer Tröpcheninfektion übertragen. Laut Robert-Koch-Institut sind theoretisch auch eine Schmierinfektion (über kontaminierte Oberflächen) und eine Ansteckung über die Bindehaut der Augen möglich. Nach bisherigen Erkenntnissen verlaufen mehr als 80 Prozent der Erkrankungen vergleichsweise mild. Wer meint, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, sollte unbedingt

zu Hause bleiben und zum Telefon greifen. Dann entweder

■ beim Hausarzt anrufen

oder beim

■ Ärztlichen Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117.

Telefonisch gibt es zudem noch weitere Stellen für Informationen:

■ Die Unabhängige Patientenberatung ist zu erreichen unter: ☎ 0800 – 011 77 22

Ein Bürgertelefon hat das Bundesgesundheitsministerium eingerichtet unter: ☎ 030 – 346 465 100

Für Gehörlose und Hörgeschädigte ist ein Beratungsservice des Gesundheitsministeriums per Fax zu erreichen: ☎ 030 – 340 60 66 07, sowie per Mail unter info.deaf@bmg.bund(dot)de und info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Ein Gebärdentelefon mit Videotelefonie findet sich unter: www.gebaerdentelefon.de/bmg/

Die aktuellen Risikogebiete für Ansteckungen hat das Robert-Koch-Institut bis zum 10. April 2020 veröffentlicht. Mittlerweile hat sich Covid-19 weltweit ausgebreitet. Ein Übertragungsrisiko bestehe daher „sowohl in Deutschland als in einer unübersehbaren Anzahl von Regionen weltweit“, schreibt das RKI.

Für Reisende gibt es weitere Informationen zu Covid-19 und Reisewarnungen beim Auswärtigen Amt.

■ Zum Infektionsschutz gibt es auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) umfassende Anleitungen zum richtigen Händewaschen, zu den angemessenen Regeln beim Niesen sowie auch Merkblätter zu allgemeinen Hygiene- und Verhaltensregeln.

■ Niesen oder Husten soll man möglichst in die eigene Armbeuge und versuchen, sich seltener ins Gesicht zu fassen.

Händwaschen sollte man regelmäßig und zwar mindestens 20 Sekunden mit Wasser und Seife.

■ Reduzieren sollte man den Kontakt zu anderen Menschen derzeit so stark wie möglich, empfiehlt die BGzA. Wenn man doch in der Öffentlichkeit unterwegs ist, soll man möglichst einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten.

■ Das Infektionsschutzgesetz (IfSG) gilt bundesweit einheitlich und bisher richten sich die Maßnahmen der Behörden nach diesem Gesetz, schreibt unser rechtspolitischer Korrespondent Christian Rath in seinem Überblick zur Rechtslage.

■ Die Katastrophenschutzgesetze der Länder sind anwendbar, sofern sich die Lage zur Katastrophe zuspitzen sollte.

■ Die Bundeswehr kann im Rahmen der Amtshilfe heute schon tätig werden, etwa im Sanitätsbereich oder zur logistischen Unterstützung. Im Extremfall kann sie auch im Inland eingesetzt werden, um (gemeinsam mit der Polizei) die öffentliche Ordnung zu bewahren oder wiederherzustellen, etwa wenn geplündert wird oder Krankenhäuser belagert werden.

■ In den „Notstandsgesetzen“ ist das geregelt, zu denen die Artikeln 35, 87a und 91 des Grundgesetzes zählen. Die „Notstandsgesetze“ wurden 1968 gegen den Widerstand der Außerparlamentarischen Opposition (APO) beschlossen.

■ Gerüchte, Falschmeldungen und Verschwörungstheorien über das Coronavirus kursieren derzeit viele.

■ Aufklärung über viele Corona-Falschmeldungen bietet unter anderem der Verein Mimikama.at.

■ Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat in englischer Sprache eine eigene Seite zur Aufklärung von Mythen über den Coronavirus veröffentlicht.

■ Zu den häufigsten Fragen hat das Robert-Koch-Institut ein FAQ zu Corona veröffentlicht.

■ Weitere Fachinformationen finden sich ebenso auch auf einer Überblicksseite des Robert-Koch-Instituts.

■ Verhaltens- und Hygienetipps und ebenso in einem FAQ die häufigsten Fragen beantwortet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Corona-Übersicht auf infektionsschutz.de.

■ Umfassend informieren kann man sich auch beim Bundesgesundheitsministerium.

■ Eine weltweite Übersicht bietet die Weltgesundheitsorganisation WHO.

Bundesweite Telefonnummern im Überblick:

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: ☎ 116 117

Unabhängige Patientenberatung: ☎ 0800 011 77 22

■ Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums: 030 346 465 100

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte: Fax: 030 / 340 60 66 – 07 sowie per Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de / info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de

Gebärdentelefon (Videotelefonie): www.gebaerdentelefon.de/bmg

■ Bei Sorgen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar unter: 116 123 sowie 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222.

■ Infos über Corona auf Türkisch hat die taz in ihrem Text „Koronavirüs Almanya'da“ zusammengestellt.

■ In weiteren Sprachen sammelt die taz Info-Texte under taz.de/coronainfo

■ Hygiene-Infos in weiteren Sprachen bietet die BZgA in Hygiene-Merkblättern unter anderem auf Türkisch “Viral enfeksiyonlar – hijyen korur!“ (PDF) sowie auf Englisch “Viral infections – hygiene works!“ (PDF)

Leichte Sprache: Informationen zum Coronavirus in Leichter Sprache stellt das Bundesgesundheitsministerium zur Verfügung.

Gebärdensprache: Das Bundesgesundheitsministerium beantwortet Fragen mittels Videotelefonie und ist dafür über ihr Gebärdentelefon zu erreichen. Dazu gibt es hier noch mehr Infos. Das Gebärdentelefon ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr sowie am Freitag von 8 bis 12 Uhr erreichbar. Ebenso möglich sind Fragen per Fax: 030 / 340 60 66 – 07 oder per E-Mail: info.deaf@bmg.bund(dot)de oder info.gehoerlos@bmg.bund(dot)de.

■ Weitere Sprachen: Kurze Info-Flyer der Johanniter auf Englisch (PDF), Dari (PDF), Arabisch (PDF), Farsi (PDF), Türkisch (PDF), Russisch (PDF), Italienisch (PDF) und Französisch (PDF) hat der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge bereitgestellt.

International: Informationen zum Coronavirus in verschiedenen Sprachen stellt zudem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

Mit der taz Bewegung bleibst Du auf dem Laufenden über Demos, Diskussionen und Aktionen in Berlin & Brandenburg. Erfahre mehr

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de