: Care Nöldner-los
■ Nöldner als Chef der Hilfsorganisation zurückgetreten / Vorstand neugewählt
Bonn (dpa) – Klaus Nöldner ist als Vorstandsvorsitzender der Hilfsorganisation Care Deutschland zurückgetreten. Wie die Organisation gestern mitteilte, gab auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Vortag auch der übrige Vorstand sein Amt auf. Zum neuen Vorsitzenden wurde der CDU-Landtagsabgeordnete Kuno Winn aus Hannover gewählt. Winn ist Arzt und Vorsitzender des Hartmannbundes in Niedersachsen. Sein Stellvertreter wurde Dietrich Rollmann, der selbständiger Kommunikationsberater in Bonn ist.
Die Mitgliederversammlung betrachtet nach eigenen Angaben die Entscheidung Nöldners als dessen „persönlichen Beitrag zur Überwindung der Krise, in die Care Deutschland durch die öffentliche Kritik an der Aktion Menschlichkeit für Ruanda geraten ist“. Es bestünden „keine sachlichen Grundlagen für die öffentlich erhobenen Vorwürfe und Anschuldigungen gegen Klaus Nöldner“, der 15 Jahre lang ehrenamtlich der Führung von Care Deutschland angehörte.
Nöldner war wegen des äußerst schlecht organisierten Hilfseinsatzes für die ruandischen Flüchtlinge in der Öffentlichkeit, aber auch innerhalb der eigenen Organisation kritisiert worden.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen