piwik no script img

■ Bücher.kleinMir langt's!

Selten so gelacht. Was da an krudem, plattem Schulalltag daherkommt, ist zu schlecht, um wahr zu sein. Neigte man zum Konspirativen, könnte man fast glauben, die Lehrerin Gisela Pauly samt ihrem Ausstiegsreport „Mir langt's! Eine Lehrerin steigt aus“ sei eine Erfindung nicht nur des Verlages, sondern auf Anweisung des Kanzleramts geschrieben, um das leidige 68er-bashing in neue, ungeahnte Niederungen zu treiben. Nun ja, Frau Pauly jedenfalls ist von Monster-Jugendlichen umgeben, die sie in den Wahnsinn treiben. Der Rest der Pauker eine feige, faule Bande, die Eltern asozial oder verbonzte Egomanen, die ihre Brut bedingungslos decken. Und auch ihr antiautoritärer Lehrmeister, jener seltsam schrullige Professor Buchheim, der ihr wie der heilige Geist erscheint, um etwa Summerhill-Traktate zu lesen, wirkt dermaßen karikiert, daß man sich am Ende fragen muß: Alles gar eine Persiflage, ein Buch, das eigentlich im Konkret-Verlag oder in Titanic hätte erscheinen sollen? AS

Gisela Pauly: „Mir langt's! Eine Lehrerin steigt aus“, Rasch und Röhring Verlag Hamburg 1994, 220 Seiten, 29DM

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen