So einfach geht sanieren: Bremerhaven gerettet
■ Trick für Großschuldner: Zinsen senken
Wenn das mal jeder könnte: Bremerhaven zahlt fortan für zwei laufende Großkredite weniger Zinsen. Als „neue Wege, um die schwierige Finanzlage besser in den Griff zu bekommen“, feierte die Stadt gestern die Lösung. Zum Abbau des Schuldenbergs von knapp 420 Millionen Mark habe der Magistrat mit den Banken günstigere Zinskonditionen für besagte Kredite ausgehandelt: Teure Festzinsen werden dadurch zu billigeren variablen Zinssätzen. Macht pro Jahr eine Ersparnis von rund einer Viertelmillion Mark für Stadtkämmerer Burghard Niederquell.
„Aktives Schuldenmanagement“ sagt Niederquell dazu und „kreative Finanzpolitik“, mit der die Stadt neue Einsparungsmöglichkeiten konsequent ausschöpfe. Zwei Kredite aus den 90er Jahren wurden aufgenommen in einer Zeit hoher Zinsen, zu festen Zinssätzen. Inzwischen sind die Sätze gefallen. Also wurde nachverhandelt. Das Zauberwort heißt „Zins-Swaps“, frei übersetzt „Zins-Tausch“. Statt der teuren, festen Zinsen zahlen die Seestädter fortan die billigeren, dafür variablen Sätze, die sich an aktuellen Ständen orientieren.
Das Aber: Die Laufzeiten der Kredite, die eigentlich 2003 auslaufen sollten, verlängern sich. Und angesichts der Variabilität der Zinssätze, gestand Niederquell, bleibe doch „ein gewisses Risiko.“ taz
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