Bremen gegen Kaiserslautern: Werder siegt mit B-Sturm

Bremen gönnt sich zur Abwechslung mal ein Erfolgserlebnis zum Saisonauftakt. Dem Verein droht aber neue Unruhe, denn Führungsspieler Mertesacker will offenbar fort.

Markus Rosenberg ist zurück in Bremen – und trifft gleich doppelt. Bild: dapd

BREMEN taz | Mit dem Schlusspfiff sackte die halbe Mannschaft Werder Bremens auf dem Platz zusammen. Ein vertrautes Bild aus der vergangenen Spielzeit. Doch diesmal war es die bloße Erschöpfung – und die Erleichterung, nach fünf Jahren endlich mal wieder mit einem Erfolgserlebnis in eine neue Saison zu starten. "Man hat gesehen, dass die Mannschaft gar nicht weiß, wie man mit dieser Feierstimmung umgehen soll", erklärte Per Mertesacker die ungewohnte Stimmungslage.

Die Angst, wieder frühzeitig in eine Abwärtsspirale gezogen zu werden, war diesmal ausgerechnet von den Werder-Verantwortlichen selbst geschürt worden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Willi Lemke und Geschäftsführer Klaus Allofs lieferten sich währen der Saisonvorbereitung einen öffentlichen Streit über den wirtschaftlichen Kurs des Vereins.

Angesichts fehlender Einnahmen aus der Champions League und eines teuren Kaders wurde um jeden Neuzugang erbittert gefeilscht. Klubinsider sprachen schon von einer "griechischen Tragödie", die sich da im Innern der "Werder-Familie" abspiele.

Ergebnis: 2:0 (0:0)

Werder Bremen: Wiese - Papastathopoulos, Wolf, Mertesacker, Schmitz - Bargfrede (46. Ekici) - Fritz, Hunt, Marin (59. Wesley) - Thy, Rosenberg

1. FC Kaiserslautern: Trapp - Dick, Abel, Rodnei, Jessen - Tiffert, Petsos (82. Amedick), de Wit (63. Fortounis) - Sahan, Sukuta-Pasu (46. Shechter), Ilicevic

Schiedsrichter: Perl (Pullach)

Zuschauer: 41.100

Tore: 1:0 Rosenberg (60.), 2:0 Rosenberg (81.)

Gelbe Karten: Wesley (1) / Dick (1), Sukuta-Pasu (1)

Beste Spieler: Mertesacker, Rosenberg / Tiffert, Rodnei

Doch dann zeigten die Spieler schon in den ersten 20 Minuten im Spiel gegen Kaiserslautern so viele schöne Spielzüge wie in der ganzen letzten Saison nicht. Der Ball lief flüssig über die einzelnen Stationen der Mittelfeldraute in die Spitze, wo das Sturmduo Lennart Thy und Markus Rosenberg mehrfach nur knapp scheiterte.

Nach verlorenen Bällen wurde entschieden nachgesetzt. "Wir haben heute starkes Pressing gespielt und dann immer die zweiten Bälle gewonnen. Das hat uns heute stark gemacht", analysierte Markus Rosenberg, der in der 2. Halbzeit mit einem Doppelschlag für die Entscheidung sorgte.

Dass der Schwede überhaupt in der Startelf stand, war eine der großen Überraschungen, für die Thomas Schaaf vor Spielbeginn wieder einmal gesorgt hatte. Rosenberg und Thy - so hatte auch das Sturmduo beim blamablen Pokal-Aus in Heidenheim geheißen, und fast jeder rechnete mit einem Einsatz von Marko Arnautovic und Sandro Wagner, die im letzten Vorbereitungsspiel gegen den FC Everton überzeugt hatten.

Teure Bankdrücker schauen Fritz zu

Am meisten verwunderte Schaaf aber damit, dass er im Mittelfeld zunächst die beiden teuersten Neuzugänge der letzten beiden Jahre, Wesley und Mehmet Ekici, draußen ließ, und dafür den Rechtsverteidiger Clemens Fritz ins Mittelfeld beorderte - zunächst auf die rechte Seite, später auf die Sechserposition. In beiden Rollen zeigte der Exnationalspieler eine Präsenz, die vermuten lässt, dass er sich darauf einstellt, demnächst die Kapitänsbinde zu übernehmen.

Die Binde hatte Schaaf zwar vor Spielbeginn Per Mertesacker in die Hand gedrückt, aber der stark spielende Innenverteidiger nährte Spekulationen, dass er noch im Laufe dieser Transferperiode bis Ende August den Verein verlassen könnte. "Was genau passiert, kann ich nicht sagen", sagte er. "Das Thema ist schwierig."

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