: Brasilien: Die triumphale Rückkehr des Portemonnaies
Die brasilianischen Lederwarenfabrikanten reiben sich angesichts der bevorstehenden Währungsreform die Hände: Das Portemonnaie, das im Zuge der rasenden Inflation seit den 50er Jahren wegen seiner begrenzten Aufnahmefähigkeit völlig außer Mode gekommen war, feiert nun seine triumphale Rückkehr in die Hand- und Hosentaschen der Brasilianer. „Wir haben in weniger als einem Monat 15.000 Portemonnaies verkauft“, freut sich Vidal Veicar, Lederwarenfabrikant in Rio de Janeiro. Im vergangenen Jahr seien es insgesamt nur 3.000 gewesen. Den bisher gültigen Cruzeiro hatten die Brasilianer gleich bündelweise in die Taschen gesteckt, die wertlosen Münzen wurden zum Kinderspielzeug oder landeten im Kanal, bevor sie die Hosen ausbeulten. Im vergangenen Jahr lag die Inflationsrate bei 2.567 Prozent. Gestern trat die Reform in Kraft, jetzt werden 3.000 Cruzeiros gegen einen Real umgetauscht.Foto: Günter Beer
Die Engagierten stärken
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen