Brandkatastrophe Ludwigshafen: Kein Brandbeschleuniger gefunden

Die vergebliche Suche der Ermittler haben im Ludwigshafener Brandhaus macht einen Anschlag unwahrscheinlicher. Ausgeschlossen wurde er aber noch immer nicht.

Auch nach vier Wochen ist der Brand von Ludwigshafen noch immer nicht aufgeklärt. Bild: dpa

BERLIN taz Fast vier Wochen nach der Brandkatastrophe von Ludwigshafen haben die Ermittler ein Zwischenergebnis erreicht: Im Schutt des über 100 Jahre alten Hauses fanden Kriminaltechniker des Bundeskriminalamts keine Spuren von Brandbeschleunigern wie etwa Benzin, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Es gebe auch keine Hinweise auf einen technischen Defekt.

Am 3. Februar waren in dem von türkischen Familien bewohnten Haus neun Frauen und Kinder bei dem Feuer ums Leben gekommen. Damals wurde ein rassistischer Anschlag vermutet. Dass kein Brandbeschleuniger gefunden wurde, lässt dies allerdings weniger wahrscheinlich erscheinen.

Oberstaatsanwalt Lothar Liebig fuhr am Donnerstag nach Wiesbaden, um sich über die technischen Analysen des BKA unterrichten zu lassen. "Der Brand ist unter der Kellertreppe in deren unterem Bereich ausgebrochen", erklärte die Staatsanwaltschaft danach. "Dort ist das Feuer nicht schlagartig entstanden, sondern hat sich langsam entwickelt." Was diesen Schwelbrand ausgelöst hat, bleibt auch nach der Untersuchung durch das BKA unklar.

Die türkische Regierung forderte Aufklärung und entsandte eigene Ermittler. Offenkundig tragen auch sie die Zwischenergebnisse mit. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft nehmen sie weiter an der Untersuchung teil.

Nach dem Brand hatten zwei Mädchen erklärt, einen Brandstifter gesehen zu haben. Der Südwestrundfunk berichtete, sie hätten ihre Aussagen zurückgezogen. Die Ermittler haben ein psychologisches Gutachten in Auftrag gegeben, um die Glaubwürdigkeit der Aussagen der Kinder einschätzen zu können. Das Gutachten liegt jedoch noch nicht vor.

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