Bionade-Nachahmer: Konkurrenz der Flaschen

Bionade wehrt sich mit einer einstweiligen Verfügung gegen Nachahmerprodukte. Der Discounter Plus will sein Getränk Maltonade weiter anbieten.

Bionade-Erfinder Dieter Leipold und Stiefsohn Peter Kowalski Bild: dpa

Ein erfolgreiches Produkt zieht Nachahmer an wie das Licht Motten. Wenn man die beiden Brausen Bionade und Maltonade vor sich auf den Tisch stellt, kann man sehr wohl auf den Gedanken kommen, die Maltonade solle das Originalprodukt, die Bionade, auch im Design nachempfinden und damit Verwechslungen provozieren. Deshalb wehrt sich Bionade jetzt mit juristischen Mitteln gegen die Nachahmer und hat eine einstweiligen Verfügung erwirkt.

Am auffälligsten ist die Ähnlichkeit beim Etikett. Das ist bei beiden Produkten bei der Geschmacksrichtung Kräuter in den Farben Grün und Dunkelblau gehalten, der Name jeweils in Großbuchstaben geschrieben. Die Maltonade, die in der Frankfurter Brauhaus GmbH in Frankfurt (Oder) hergestellt und vom Discounter Plus vertrieben wird, verzichtet allerdings auf den typischen roten Bionade-Punkt. Geschmacklich trennen beide Kräuterbrausen Welten: Während die Bionade abgestimmt wirkt, ist die Maltonade vor allem sauer. Über Geschmack lässt sich jedoch nicht streiten.

Das Design der Maltonade sei "im Moment eine glatte Kopie", sagte Bionade-Marketingchef Wolfgang Blum am Donnerstag der taz. Absicht sei, sich optisch an das Original anzulehnen. "Das darf nicht sein." Das Produkt unterscheide sich jedoch deutlich. "Die Bionade ist von Grund auf biologisch hergestellt."

Die Maltonade sei ein erfolgreiches Trendprodukt, erklärte eine Sprecherin von Plus auf Anfrage der taz. Derzeit werde die Rechtmäßigkeit der einstweiligen Verfügung überprüft. Die Verfügung beziehe sich ausschließlich auf das Design, mit dem Getränk habe sie nichts zu tun. "Wir werden das Produkt auch weiterhin anbieten." Plus vertreibt seine Maltonade in vier Geschmacksrichtungen nach eigenen Angaben seit rund drei Wochen. Das Frankfurter Brauhaus wollte sich am Donnerstag nicht zu dem Vorgang äußern.

Hintergrund des Streits um die Flaschen ist der seit Jahren rückläufige Bierkonsum in Deutschland. Zwar bringen die Brauereien mit bierhaltigen Mixgetränken und alkoholfreien Bieren immer wieder neue Produkte auf den Markt - eine wirklich neue Kreation gelang aber der Familienbrauerei in Ostheim/Rhön, die die Bionade entwickelte: ein biologisch hergestelltes, alkoholfreies Erfrischungsgetränk, mit dem man sich auch in Clubs sehen lassen kann. Zwar schmeckt auch die Bionade nur nach Brause - aber irgendetwas muss man ja, an der Bar stehend, in der Hand halten.

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