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Benachteiligung

■ Schwule NS-Opfer empört

Bonn, 18. Dezember (afp) — Der Schwulenverband hat den von Koalition und SPD vorgelegten Entwurf zum sogenannten Entschädigungsrentengesetz scharf kritisiert. Homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus würden darin erneut benachteiligt, sagte Verbandssprecher Dworek am Mittwoch in Bonn. Der Entwurf sichere zwar bestehende DDR-Ehrenpensionen für NS-Verfolgte in Höhe von 1.400 Mark, bereits in der DDR ausgegrenzte Opfer wie Homosexuelle, Zwangssterilisierte, Opfer der Militärjustiz und sogenannte Asoziale würden aber von der Möglichkeit der Neubewilligung faktisch ausgeschlossen. Zwar können diese Personengruppen nach dem Einigungsvertrag bis zum 31.Dezember 1991 Ansprüche geltend machen. Diese Möglichkeit stehe aber nur auf dem Papier. Nach der Vereinigung habe sich keine Behörde gefunden, die die Anträge auf Anerkennung als NS-Verfolgte entgegennehme.

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