Bayer entlässt Trainer Skibbe: Umbruch für den Aufbruch

Bayer Leverkusen reagiert auf die verpasste Uefa-Cup-Qualifikation und setzt Trainer Michael Skibbe vor die Tür. Jetzt wird über ein Engagement von Jürgen Klopp spekuliert.

Saisonziel verpasst: Bayertrainer Michael Skibbe. Bild: ap

LEVERKUSEN taz So aufregend hat sich Jürgen Klopp seine erste Woche ohne festen Trainerposten wohl nicht vorgestellt. Der zurückgetretene Trainer aus Mainz ist auf das rotierende Trainerkarussell aufgesprungen. Keine drei Tage hat es gedauert, bis zwei der interessantesten Posten in der Bundesliga frei geworden sind. Nach dem Rücktritt Thomas Dolls ist nun Michael Skibbe bei Bayer Leverkusen entlassen worden. An beiden Standorten dürfte die Personalie Klopp von größtem Interesse sein.

Vielleicht hat die Verfügbarkeit Klopps ja eine gewisse Rolle gespielt, als Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und Sportdirektor Rudi Völler sich gegen Skibbe entschieden. Am Wochenende noch schienen beide geneigt, weiterzumachen wie bisher. Holzhäuser sagte zwar, dass alles hinterfragt werde, hob aber hervor, dass Skibbe gerade mit den vielen jungen Profis hervorragend zusammenarbeite.

Rudi Völler schien sogar noch fester entschlossen, am Trainer festzuhalten. Er tendiere klar "pro Skibbe", vertraute er dem Kicker an, schließlich hatten sie den zu dünn besetzten Kader zur Hauptursache fürs Verpassen des Europapokals erklärt. Am Ende ging vielen Spielern schlicht die Kraft aus. Die Zusammensetzung des Kaders jedoch gehört in den Verantwortungsbereich des Sportdirektors. Und die Verletzung Bernd Schneiders kann man auch nicht Skibbe anlasten. Holzhäuser sagte nach der Entlassung dennoch, "unter dem Strich sprach vieles für einen unbelasteten Neuanfang mit einem neuen Trainer in der nächsten Saison".

Am Ende war es wohl nicht allein Holzhäuser, der die Opposition gegen Skibbe-Freund Völler bildete. Auch die Herren aus dem Bayer-Konzern dürften erbost darüber sein, dass der Zusammenbruch exakt mit jenem Zeitpunkt zusammenfällt, an dem Bayer eigentlich seinen großen Aufbruch in eine goldene Ära verkünden wollte. Der Konzern fokussiert sein Sportsponsoring künftig fast ausschließlich auf den Fußball, das Stadion wird aufgemöbelt, und die Mannschaft ist reichlich bestückt mit Spielern, die schon bald zu international begehrten Stars werden könnten. Da soll das eine Jahr ohne Europapokal eine einmalige Ausnahme bleiben.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de