: Barschel-Fotograf verurteilt
Wegen „Hausfriedensbruchs“ und „Verletzung der Privatsphäre“ ist der Fotograf des toten Uwe Barschel, der ehemalige 'Stern‘-Reporter Sebastian Knauer, gestern von einem Genfer Gericht zu drei Monaten Gefängnis auf Bewährung und 10.000 Schweizer Franken (ca. 12.000 Mark) Geldstrafe verurteilt worden. Knauer, inzwischen Redakteur beim 'Spiegel‘, hatte am 11. Oktober 1987 den ehemaligen CDU-Ministerpräsididenten von Schleswig-Holstein tot in der Badewanne eines Genfer Hotelzimmers aufgefunden und fotografiert. Gegen das Urteil kündigte Knauers Genfer Anwalt Berufung an.
In ihrer Urteilsbegründung sprach die vorsitzende Richterin Chantal Manfrini von einem „unentschuldbaren Verhalten“ Knauers. Der 'Stern‘-Reporter war zweimal in das Zimmer 317 des Hotels „Beau Rivage“ eingedrungen, obwohl an dessen Tür das Schild „Bitte nicht stören“ angebracht war. Er fotografierte Barschel, nachdem sich der ihn begleitende 'Stern‘-Fotograf geweigert hatte. Andreas Zumach
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen