: Bananenkrieg erklärt
■ Acht lateinamerikanische Länder protestieren gegen EG-Bananenzölle
Managua (taz) – Zwischen Lateinamerika und der Europäischen Gemeinschaft tobt ein diplomatischer Bananenkrieg. Zu Wochenbeginn überreichten die Präsidenten von Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama und Venezuela der EGH eine gemeinsame Protestnote, in der die acht lateinamerikanischen Staaten gegen die Bananenpolitik der Gemeinschaft protestieren. Die Importquoten und Zölle für sogenannte Dollarbananen, die die EG-Agrarminister festgelegt hatten, seien ein Verstoß gegen die Gatt-Freihandelsprinzipien – und das „zu einem Zeitpunkt, da unsere Länder ihre Wirtschaften öffnen und sich eben diesen Prinzipien anpassen“. Die Europäer wollen so ihre eigene Produktion vor der Konkurrenz der Dollarbananen schützen. Spanien erntet auf den Kanarischen Inseln jährlich Bananen für 400 Millionen US-Dollar, England und Frankreich räumen ihren ehemaligen Kolonien in Afrika und der Karibik Präferenzen ein. Nur Deutschland, das bisher keinen Zoll auf Bananen erhob, stimmte gegen die Quotenregelung. Experten sehen einen Verlust von einer Milliarde Dollar für die Lateinamerikaner. r.l.
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