: BKA-Chef kritisiert Ermittlungen nach Herrhausen-Attentat
Wiesbaden (ap) — Deutliche Kritik am Verhalten der Bundesanwaltschaft bei den Ermittlungen nach dem Attentat auf den Bankier Alfred Herrhausen hat der Präsident des Bundeskriminalamtes, Hans-Ludwig Zachert, geübt. Auf einer Pressekonferenz anläßlich des Besuches von Bundesinnenminister Rudolf Seiters beim BKA sagte Zachert am Dienstag, es sei „beklagenswert“, wenn das Bundeskriminalamt nicht eingeschaltet werde, wenn sich ein „Silberstreif“ zeige. Wenn eine enge Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden beschworen werde, dann müsse sie auch praktiziert werden. Der Generalbundesanwalt dürfe nicht „quasi hinter unserem Rücken“ eine Spur verfolgen, von der seine Behörde nichts erfahre, sagte Zachert. Beim hessischen Landesamt für Verfassungsschutz hatte sich im Juli 1991 ein mittlerweile als Kronzeuge geltender Informant gemeldet und machte Aussagen über den Anschlag auf den Bankier. In Abstimmung mit dem Generalbundesanwalt soll der hessische VS den Fall weiter bearbeitet haben. Erst im November wurde das BKA in die Ermittlungen eingeschaltet. Innenminister Seiters wollte sich zum Verlauf der Ermittlungen nicht äußern.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen