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Axel Cäsar Springer ist Jesus

Zwar starb der berlinophile mauerphobe Verleger Axel Springer vor sechs Jahren. Doch sein Geist schwebt weiter durch das Verlagshaus schräg gegenüber der taz.

Der Kanzler schaffte es als erster zum Büffett. Bodyguards lotsten ihn sicher und schnell an den 400 Eminenzen, Exzellenzen, regierenden und abgedankten Berliner Bürgermeistern, der Kaiserlichen Hoheit und der „lieben Familien Springer und Ullstein“ vorbei zum Mahl mit Max Schmeling. Sie alle waren gekommen, am Donnerstagabend das 25jährige Bestehen des „Axel-Springer-Verlagshauses an der Mauer“ — aus aktuellem Anlaß heißt es ab sofort „das Verlagshaus im Herzen Berlins“ —, zu feiern. „Wir möchten Sie jetzt einladen, sich im 18. Stock zu stärken“, hatte Sekunden zuvor — endlich! — Springer-Verlagschef Günter Wille seine vom zweieinhalbstündigen Redemarathon erschöpften Gäste aufgemuntert.

Flammen, Asche, politische Stürme und Kämpfe für die heilige Einheit des deutschen Volkes waren über sie zuvor hinweg gebraust. „Der Konservative bewahrt nicht Asche, sondern trägt die Flamme weiter“, definierte der Aufsichtsratsvorsitzende Bernhard Servatius den „Werte-Konservativismus“ seines alten Weggefährten Axel Cäsar Springer. „Scherben und Flammen“, griff Günter Wille nach der Fackel, schleuderten auch die „ideologisch verblendeten Gruppen der politischen Linken seinerzeit auf dieses Verlagshaus“ und damit auf Axel Springer. Da brauchte Hans-Jochen Vogel glatt zwei Minuten, seinen höflich-neutralen Gesichtsausdruck wiederzufinden.

Gegen „Mauer, Stacheldraht und Kettenhunde“ (lobte Servatius) „setzte ein Mann ein Markenzeichen“ (jubelte Kohl); ein „Symbol der Freiheit“, das (mit seinen 19 Stockwerken) die „Mauer überragte“ (Servatius). Bei der Grundsteinlegung 1959 hatte Axel Springer „die Geister der Geschichte, die an dieser Stelle heimisch sind“, gerufen: „Wir bitten sie, diesem Neubeginn gnädig zu sein.“ Oh Gnade! dri

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