: Aus für den Wartburg
■ Eisenacher Automobilwerker fühlen sich überfahren
Eisenach (dpa/ap) — Heftige Kritik an der Treuhand-Entscheidung, die Produktion des Wartburgs zum 31. Januar zu stoppen, haben gestern Mitarbeiter des Automobilwerkes Eisenach (AWE) geübt. Die Verhandlungen am Montag in Berlin, nach denen die Treuhand das Aus verkündet hatte, bezeichnete Betriebsratsvorsitzender Klaus-Dieter Herzog auf einer Belegschaftsversammlung als „abgekartertes Spiel“. Betriebsrat und Geschäftsführung wiesen die Erklärung der Treuhand zurück, daß sie der Produktionseinstellung zugestimmt hätten.
Treuhand-Sprecher Wolf Schöde hatte den Produktionsstopp mit der Höhe der Subventionen für das schwerverkäufliche Auto begründet. Nach Angaben Schödes kostet die Produktion jedes Wartburgs 14.400 Mark. Dagegen seien beim Verkauf nur 7.600 Mark erzielt worden. Das Sanierungskonzept der Eisenacher Firma, wonach bis Ende des Jahres noch 15.000 Autos produziert werden sollten, sei deshalb verworfen worden. Vom Produktionsende in Eisenach sind neben den 6.000 AWE-Beschäftigten auch rund 10.000 Mitarbeiter von Zulieferbetrieben betroffen. Auch sie sollen umgeschult werden. Ein Großteil der Wartburg-Belegschaft soll von der Firma Opel übernommen werden, die 1992 mit der Vectra-Produktion in Thüringen beginnen will.
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