■ Heute vor fünf Jahren: Auch du, Bulgarien!
In Bulgarien wird Todor Schiwkow, der dienstälteste Parteichef des Ostblocks, gestürzt. Petar Mladenow wird sein Nachfolger und leitet sogleich Reformen ein: Oppositionsgruppen werden zugelassen, Demonstrationen erlaubt, freie Wahlen anvisiert und eine Kommission eingesetzt, welche Korruptionsvorwürfe an das Schiwkow-Regime untersuchen soll. Ähnlich tiefgreifende Reformen wie in Ungarn oder Polen lehnt Mladenow jedoch ab. Hunderttausende OstberlinerInnen strömen nach Westberlin. In der Gegend der Mauer, aber auch auf dem Ku'damm spielen sich bewegende Szenen ab. Die DDR-Behörden schlagen Breschen in die Mauer, wo sich die Bevölkerung nicht schon selbst beholfen hat. Vor dem Rathaus Schöneberg versammeln sich 20.000 BerlinerInnen aus Ost und West. Willy Brandt und Walter Momper erhalten tosenden Applaus, der Bundeskanzler gellende Pfiffe. Er hatte seine Polen-Reise unterbrochen und war nach Berlin gereist. Das ZK der SED verabschiedet das Aktionsprogramm, das bereits Tage zuvor angekündigt wurde. Es sieht eine Wirtschafts- und Medienreform vor, ein neues Strafgesetz sowie teilweise freie Wahlen.
Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen